02Sept
2024

Eine kleine Tour durch Norwegen

Moin,

hier ein paar Einblicke in Motorradtour durch den Süden Norwegens. Am Ende blieb ich zwar kürzer als erwartet, aber es war trotzdem viele neue Eindrücke und Erfahrungen.

 

Tag 1:
Freitag, 09.08.2024


Es begann wie jeder andere Freitag zuvor, aufstehen, zur Arbeit fahren und dort bis 15:15 arbeiten. Nachdem der mitgebrachte Kuchen von den Kollegen gegessen war, ich mich verabschiedet hatte und nach Hause fuhr, waren es schon heiße 28 °C. Aber gut, da muss man im Rhein-Main-Gebiet eben durch. Am Motorrad war gar nicht mehr viel zu machen. Lediglich eine Tasche, die gefüllten Wasserflaschen und ich fehlten noch, sodass noch etwas Zeit für eine Mahlzeit war. Nun aber los. Die zu warmen Klamotten angezogen, aufgesattelt und von allen verabschiedet. Einen kleinen Stopp bei der Tankstelle gab es auch noch, bevor ich mich zum Edersee aufmachte. Während der Fahrt ist nicht viel passiert. Eine Pause und ein Stopp am Standstreifen, um die Regenkombi anzuziehen, waren alles, was passiert ist. Und am Ende hat es nicht einmal geregnet, zumindest nicht bei mir, da mein Timing es erlaubt hat, genau zwischen 2 Schauern durch einen trockenen Streifen zu fahren. Die letzte Stunde Fahrt führte entlang der immer größer werdenden Eder auf einer kurvigen Straße, bis zur Halbinsel Scheid. Ein wirklich schöner Fleck hier. Der Besitzer des Campingplatzes wartete auch schon auf mich, da ich erst 15 Minuten vorm Ende des Einlasses ankam. Trotzdem ein super freundlicher Mann, der das Geld lieber in bar direkt auf die Hand wollte, anstatt zur Kasse zu gehen. 30 Minuten später war ich so weit fertig und lief eine kleine Runde in der Gemeinde, bevor das bedürftige Kochen begann. So ging der Tag zu Ende.

Tag 2:
Samstag, 10.08.2024


An Tag 2 ging es um ca. 6 Uhr morgens los. Zuerst im Zelt ein wenig wach werden und dann mit einem kleinen Spaziergang, da noch Nebel über dem See lag. Im Anschluss startete dann auch direkt das große Packen, denn die ersten Sonnenstrahlen mussten ja auch schlau genutzt werden, um alles so gut wie möglich zu trocknen. Und nach 3 Stunden war es so weit, dass ich losfahren konnte. Zuerst nach Waldeck ein wenig einkaufen und zum Schloss Waldeck. Im Anschluss erreichte ich die Edertalsperre. Der Edersee selbst hält übrigens im Moment recht viel Wasser, sodass der Schiffsverkehr in vollem Gange war. Das lag auch an den Urlaubern, die ab ca. 10 Uhr mit jeder Minute mehr und mehr wurden. Aber gut, es sind ja auch Ferien. Auf der anderen Seite der Edertalsperre trifft man dann auf ein künstlich angelegtes Bächlein, das sich durch die Fußgängerzone bis zu einem Wasserspielplatz zieht. All das weckt wieder Kindheitserinnerungen an einen super Urlaub dort. Nach der ersten Postkarte im Briefkasten, stieg ich noch zur Uhrenkopfkanzel auf, um ein wenig Ruhe von den Touristenmassen zu bekommen. Des Weiteren gab es 'ne Klasse Aussicht über die Talsperre. Im Anschluss an eine kleine Abkühlung im See fuhr ich weiter durch das schöne Naturschutzgebiet und bis zum Herkules nach Kassel, der leider eine riesige Baustelle und komplett überlaufen ist. Also Recht flott wieder aufs Motorrad und auf die Autobahn, bis nach Göttingen. Dort fuhr ich auf Landstraßen weiter, bis zum Campingplatz, an dem ich jetzt Zelte. Verrückt ist, das hier mindestens genauso viele Motorräder wie Autos herumfahren. Und da sitze ich also nun im Zelt und chille im schönen Harz.

Tag 3:
Sonntag, 11.08.2024


So, den morgendlichen Ablauf spare ich mir jetzt mal. Um 8:20 ging es los auf die Straßen Richtung Braunlage, um dort im Supermarkt das Frühstück zu holen. Aber was mir leider erst dort klar wurde, es ist Sonntag und da sind die Geschäfte geschlossen. Deshalb entschloss ich, dass Frühstück zu streichen und direkt zum Parkplatz in Schierke zu fahren. Auf dem Weg kam ich auch in Elend vorbei, wo die Ferienwohnung eines schönen Familienurlaubs war. Den kleinen Laden "Die drei Hexen" gibt es auch noch. Als dann am Parkplatz das Motorrad vorschriftsgemäß auf dem Autoparkplatz mit teurem Parkticket stand, ging es los zum Blocksberg oder auch Brocken. Morgens war wie am Edersee noch sehr wenig los, sodass ich gut vorankam. 1 Stunde und 15 Minuten später, stand ich oben und hab 'ne Postkarte gekauft. Danach ging es auf einem anderen Weg wieder runter und so wie in den meisten Touristenregionen, findet man sehr wenig genutzte Wege, wenn man auch nur eine andere Abbiegung nimmt, als der Haupttouristenstrom. Nach einem schönen Naturwanderweg erreichte ich wieder den Parkplatz und machte mich zum Windbeutelkönig auf. Ein Nachbar gab mir die Empfehlung beim letzten Urlaub im Harz, doch da war die Gaststätte geschlossen. Diesmal hatte ich mehr Glück und so durfte ich nach ca. 20 Minuten warten (wegen Personalmangel) an einen Tisch und die Bestellung für einen Riesenwindbeutel direkt aufgeben. Das Teil war tatsächlich sehr groß, aber wegen des ausgefallenen Frühstückes kein Problem. Recht bald bezahlte ich dann auch schon und stieg wieder aufs Motorrad. Der nächste Stopp war dann Celles' Altstadt, um ein paar Fotos zu machen und im Anschluss fuhr ich zum Campingplatz an der Lüneburger Heide. Überrascht wie lange die Fahrt dann noch dauerte, kam ich an und baute mein Zelt auf. Neben mir stehen 2 Radfahrer mit Ihrem Zelt, die an der Ostsee ihren Trip gemacht haben und auf der anderen Seite des Weges campierte ein Ehepaar, was schon Recht viel mit dem Motorrad gereist ist aber dieses Mal ihr neues Auto in 2 Monaten Nordseeküste testen wollten. Sonst verlief der Abend entspannt und ruhig, sodass ich den an einer naheliegenden Heide den Sonnenuntergang genießen konnte.

Tag 4:
12.08.2024


Heute fuhr ich schon um 7:30 los in die Heide und wanderte dort für ca. 3 Stunden. Dann ging es direkt nach Hamburg, durch den Elbtunnel ohne Stau und weiter Richtung Flensburg. Nach einem kurzen Halt an einer Raststätte fuhr ich dann fast eine Stunde noch durch die Käffer in der Gegend zwischen Flensburg und Husum, bevor ich am Pfadfinderlager ankam.

Tag 14:
Donnerstag, 22.08.2024


"Allein und mit Ungewissheit zieht er in den schönen Norden." Der Tag begann früh mit dem Aufstehen und, innerhalb von ca. 10 Minuten, Zusammenpacken aller Sachen. Ohne Pause wurden im Anschluss die Zelte abgebaut und das Frühstück als Buffet aufgestellt. Nasse Zelte kamen in eine kleine Holzhütte und schneller als es einem lieb war, packten wir unsere Siebensachen, verabschiedeten uns von den anderen und liefen los. Also nur zum Transporter, der die anderen zum Bahnhof fuhr und ich lief zu meinem Motorrad, packte den Rest und machte mich voller auf den Weg in den Norden. Dass ich mit dieser bedrückten Stimmung aufbrechen würde hatte ich nicht gedacht. Viel lieber wäre ich einfach nachhause gefahren um dort mit Freunden und Familie Zeit zu verbringen, aber dafür war es jetzt zu spät. Zu allem Überfluss regnete es auch noch die ganze Fahrt lang, sodass die Schuhe am Ende komplett durchnässt waren. Als Zwischenstopp dienten nasse Rastplätze, ein Netto in Aarhus und Tankstellen. Bei der letzten Tankstelle hier in Hirtshals, fiel mir vor dem Tanken dann noch das Motorrad um, als ich es auf den Hauptständer stellen wollte (Boden war zu schräg) und ein Stück des Bremshebels brach ab. Zum Glück sind auf den ersten Blick erstmal keine weiteren Schäden zu entdecken, aber die Unsicherheit, ob diese Reise eine gute Idee ist, stieg deutlich an. Neben dem Regen und den räudig teuren Preisen von allem, konnte ich mich aber nun in den Warteraum, vor dem Personen Check-in setzten, bis um 18 Uhr dann der Check-in aufmacht. Wie schon gesagt, vermisse ich seit Verlassen des Zeltplatzes schon wieder so viele Leute, auch wenn ich am Bahnhof nochmal kurz vorbei bin und mich mit Hupen verabschiedet habe. Jetzt aber nur noch ein anderer Gedanke von mir. Ich dachte, nach Neuseeland zumindest für diese kurzen Zeiträume allein reisen zu können und mich dabei nicht so einsam zu fühlen, aber das war wohl ein Trugschluss, also lerne ich jetzt schon hier raus und weiß, auf jeden Fall, nicht mehr allein für mehr als 3–4 Tage zu reisen. Denn das hat auf dem Hinweg zum Pfadfinderlager noch funktioniert. Aber genug rumgejammert, falls ich nach ein paar Tagen keine Lust mehr habe, fahre ich einfach auf dem schnellsten Weg wieder zurück.
Nachdem die Check-ins dann geöffnet werden sollten, schwang ich mich auch aufs Motorrad und fuhr an den Schalter. Der Fakt, dass es durchgehend regnete und die Schalter erst ca. 15 Minuten später aufmachen, war dann auch egal, denn nach dem Check-in konnten wir nochmal 20 Minuten warten. Mit wir meine ich einen Motorradfahrer der 2 Stunden von Stavanger entfernt lebt und 4 Fahrradfahrer. Und dann verlief alles ganz schnell. Motorrad reinfahren, mit Spanngurten absichern, Wichtiges einpacken, Aufzug hoch und zur Rezeption den richtigen Sitz finden. Der Sitz ist übrigens super fürs Schlafen. Mit ein wenig Einstiegsübelkeit und ca. 3–5 Meter hohen Wellen, lief das schwankende Riesenschiff aus dem Hafen aus. Während der Fahrt gab es dann noch ein kleines Quiz in einem Restaurant, wo ich aus Langeweile teilgenommen habe.

Tag 15:
Freitag, 23.08.2024


Ein erholsamer Schlaf und die Aussicht auf kleine Inseln von Stavanger waren das Erste, was es heute gab. Mehrere Stunden, viel Gewarte, hügelige norwegische Landschaft und Regenwetter später, nähert sich die Fähre Bergen. Während dem Warten suchte ich noch nach Kopfhörern, weil ein Teil (so ein Aufsatz der auf den Lautsprecher kommt) von meinen Kopfhörern bei dem "Umfall" an der Tankstelle gestern wohl in den Gully gerollt ist. Ende vom Lied, hier auf dem Schiff gibt es sowas nicht, also muss ich in Bergen zu einem Elektronikgeschäft. Die Wettervorhersage, wer hätte es erwartet, Regen voraus. Und da man hier nicht im Rhein-Main-Gebiet ist, heißt Regen so ca. 5 Tage Dauerregen mit 20–50 Liter am Tag plus Wind gibt es kostenlos noch dazu. Mal schauen, was das nassgeregnete Zelt noch so hergibt. Nass geregnet sage ich, weil es bei der Abfahrt beim Pfadfinderlager schon nass war, da es als Regenschutz für Kleidung und Motorrad diente. Die Fahrt lief reibungslos und auch recht schnell. Das Geschwindigkeitslimit ist ebenfalls mit 80 km/h sehr angenehm. Wegen des Regens legte ich aber nur wenige Stopps ein. Beeindruckt von der tollen Landschaft und genervt vom Regen, erreichte ich einen Bergpass, auf dem ich übernachten wollte. Im Nachhinein eine sehr dämliche Idee, denn in der Nacht regnete und stürmte es. Das heißt, kurz gesagt. Alles ist nass, auch das Innere des Zeltes, was auf dem steinigen Boden und der offenen Fläche der Umwelt vollkommen ausgesetzt war. Da das Zelt auch noch recht alt ist, brachen bei dem Wind 2 Stangen auf, die ich nun wieder geklebt habe. Die Umgebung war sehr rau, man sah vereinzelt noch Schneefelder, es hatte ca. 6 Grad in der Nacht und auf der Freifläche leistete mir eine polnische Familie in ihren Wohnmobil Beistand. Beim Kochen packte ich zusätzlich alles schon so zusammen, dass ich im Notfall aufsatteln hätte können und schnell weg gewesen wäre. Überlegt habe ich das tatsächlich mehrfach + es gab ein paar Bewerbungen zu dem Platz, dass irgendwelche Rowdies mit Steinen und dem Schütteln von Wohnwägen, versucht haben, Camper zu vertreiben, aber am Ende lag ich mit voller Motorradkleidung, langer Kleidung und Regeneinteiler in meinem Schlafsack auf der Isomatte und konnte den Umständen entsprechend schlafen. (ganz oft Aufwachen, Angst ums Zelt haben, Angst vor den Rowdys haben, auch wenn ich dort lebende Einheimische gefragt habe und die meinten, man darf hier in der Gegend campen) Und hier habe ich beschlossen, die Reise deutlich zu verkürzen, sodass ich höchstens 10 Tage oder weniger in Norwegen bleiben möchte. Denn lieber mache ich irgendwann nochmal mit einem fahrbaren Schlafplatz den Norden unsicher.

Tag 16:
Samstag, 24.08.2024

Morgens um 6 stand ich auf und packe alles nass ein bevor der Motor in der Kälte zum Glück schnell ansprang. Das Zelt kam ebenfalls hinten drauf und so machte ich mich komplett fertig den Bergpass entlang. Die Ausblicke sind trotzdem atemberaubend gewesen, doch als die Abfahrt begann war mir das egal. Endlich wieder runter von dem Berg und an einer alten Kirche vorbei zur Tankstelle. Im Anschluss erreichte ich, 20–30 km weiter, die erste Fähre. Was mich total verwirrte. Man zahlt gar nicht. So wie ich das verstanden habe, kriegt man die Rechnung dann Online aufs Handy und von einem hinterlegten Konto abgebucht. (Der Norweger, vom Fähranleger, hat mir gesagt, ich soll mir Ferrypay einrichten, damit funktioniert das wohl. Mal schauen, was kommt.) Der Regen nahm leider zu und nicht ab, sodass es wirklich kalt in den undichten Wanderschuhen und undichten Sommerhandschuhen wurde. (Die Griffheizung half zumindest bei einem, der beiden Probleme.) An Gletschern vorbei und durch Tunnel fuhr das nasse Gespann mit der Hoffnung auf eine Hütte. (Bei einem Campingplatz hatte ich schon eine Absage, bei einem anderen, gab es keine Website und der Besitzer ging nicht ans Handy) Als ich dort ankam, sah ich das Schild, auf dem "ledig" an den Hütten stand, was so viel wie "frei, unbesetzt" bedeutet. An der Wand der Toilettenhäuser stand dann die Erklärung sowie die Preise und wenige Minuten später erreichte der Besitzer den Minizeltplatz und so kommt es, dass ich jetzt in einer der 3 Hütten sitze, mich aufwärme, alles trockne und überlege, wohin es morgen geht und wie ich dort dann übernachte. Überfordert bin ich mit der Situation bei dem vielen Regen übrigens auf jeden Fall. Mit einem Auto oder so, in dem man schlafen kann, alles trocken bleibt, indem man sich sicher fühlt, wäre das alles sehr cool, aber auf dem Motorrad eher ein Horrortrip bis jetzt.
Zusätzlich traf ich einen Deutschen auf dem Campingplatz, der mit dem Wohnmobil mal wieder unterwegs war. Von ihm habe ich den Tipp (falls ich jemals ein Wohnmobil mieten werde) mit StayBetter, Landvergnügen und ähnlichen Apps auf Bauernhöfen kostenlos zu übernachten.

Tag 17:
Sonntag, 25.08.2024


Heute bin ich nach einer erholsamen Nacht um 6 Uhr aufgestanden. (Der Wecker stand auf 7:40 und hat auch jetzt nach dem Frühstück noch nicht geklingelt) Es regnet natürlich trotzdem und windiger ist es auch geworden. Trotzdem freue ich mich heute schon deutlich mehr auf das Fahren, da eine trockene Unterkunft schon gebucht ist. Des Weiteren wurde ich nach dem Neuseeland Blog hier gefragt und ob dort jetzt ein wenig was von Norwegen kommt, also mal schauen, wann Ihr das hier lest. Um 8 Uhr stand das Motorrad dann voll gepackt und abfahrtbereit vor der geputzten Hütte. Was das aber auch bedeutete..., ab in den Regen. Nur als kleines Extra gab es heute noch, eine Prise stürmischen Wind. Aber das war dann auch egal. Über eine kleine Bergstraße entlang ging es zum Invikfjord. Dort fuhr ich über ne Stunde an der Küste entlang und anscheinend fahren da auch Kreuzfahrtschiffe rein. Im Anschluss begann der Regen dann auch wieder stärker zu werden, weshalb der Rest des Weges bis zur Unterkunft mit 2 kleinen Stopps durchgefahren wurde. Im Umkehrschluss heißt das auch, dass ich ca. 5 Fotos heute gemacht habe. (Also viel zu zeigen wird es nicht geben, lediglich ein paar Videos von der GoPro am Helm(Hab die SD-Karte leider ausversehen formatiert, also sind fast alle Videos weg)) Die Erinnerungen von Aussicht und Landschaft waren dafür aber umso besser. In Alesund hat dann eine riesige Zimtschnecke an ner Shell Tankstelle den Tag versüßt. Ca. 1 Stunde und viele Unterwassertunnel später erreichte ich dann meine Unterkunft. Wegen des stärker werdenden Windes, besuchte ich zwar kurz noch eine andere Insel per Brücke, aber kehrte um, weil der Wind mit 65 km/h langsam echt räudig wurde.
Die Unterkunft war dann eine schöne Erleichterung. Es war ein altes Haus an der Atlantikküste auf Vigra. Der Besitzer, ein in Rente lebender Lehrer, der Haufenweise Sprachen spricht, zum Teil LKW fährt und mit seiner eingeheirateten afrikanischen Frau und 4 Kindern hier lebt, fragte mich erstmal, ob ich denn nicht Makrele essen wolle. Obwohl ich eigentlich abgelehnt hatte, saß ich 15 Minuten später am Tisch und aß Reiß mit selbst gefangener Makrele. Am Abend kamen dann noch 3 Russen dazu, die Pilze gesammelt hatten und der Besitzer hatte Krabben gemacht, die dann auch gegessen wurden. (Viel lokaler und direkt aus der Natur, geht gar nicht) Zum Nachtisch bekam jeder noch sogenannte Troll Crem, die süß mit ein paar Beeren war und sehr gut schmeckte. So und jetzt nach noch Nudeln mit irgendeinem Dosenfleisch, geht es langsam Richtung Bett.
Wilde Mischung auf jeden Fall. Die Russen machen hier in Norwegen wohl auch einen 7-Tage-Urlaub.

Tag 18:
Montag, 26.08.2024


Auf hoher See, könnte man meinen. Also am Montag, heute, bin ich um ca. 6 Uhr aufgestanden und habe schonmal das Motorrad gepackt. Kettenspray gab es auch für die Kette, aber das am gestrigen Abend, weil ich das Motorrad in einer Garage parken durfte. Das Frühstück gab es dann um 8, weil wir mit dem Besitzer zusammen frühstückten. Es gab selbst gemachtes Brot und Marmeladen, sowie fertige Krabbe mit Mayonnaise. Im Anschluss an das Essen packte sich jeder regensicher ein und wir fuhren zum Bootsanleger, wo ein kleines Boot des Besitzers auf uns wartete. Mit dem machten wir uns aus dem Hafen aufs Wasser. (Auch wenn man dem Boot weniger trauen konnte, sind wir bis zum Ende nicht untergegangen) Auf unserem Weg durch die Wellen wurden dann 3 Stellen abgeklappert, an dem einmal ein langes Netz im Wasser schwamm, einmal ein Krabbenkorb und einmal einzelne Haken, um Makrelen zu fangen. Bei dem Fischernetz und den Krabben hatten wir Glück, bei den Makrelen, eher weniger. Mit ein paar neuen Erfahrungen war der kleine Trip dann auch schon wieder zu Ende und am Haus angekommen, musste ich mich von den 4 verabschieden und die erste Etappe Richtung Süden antreten. Es regnete diesmal ein bisschen weniger, weil man aus den Fjorden raus war. Trotzdem regnete es und je weiter ich in den Fjord kam, desto verregneter wurde es. Zumindest fast, denn kurz vor dem Geiranger Fjord, fuhr ich das erste Mal seit meinem Verlassen von Deutschland wieder auf trockenen Straßen, zwar nur kurz, aber immerhin. Und allein die Fahrt über den ersten Bergpass war super schön, bis sich der Geiranger Fjord vor mit eröffnete und das Regenwetter so richtig startete. (Mit Wind und allem) Als ich dann an einer Aussichtsplattform ankam, sah ich erst, wie massiv der Fjord und die Berge darum waren. Das war wirklich beeindruckend und so kann ich abschließend, nach dem kompletten Durchfahren des Fjords, dazu sagen, dass der Geirangerfjord tatsächlich einer der Schönsten ist, was ich auf meinem Weg bis jetzt an Bergen, Tälern, etc. gesehen habe. (Wichtig ist, den Bergpass hinter dem Fjord auf die über 1000 Meter hochzufahren) Verständlich, warum so viele Menschen da durchfahren. Und das Beste kommt ja erst noch. Auf dem Weg, die 1000 Höhenmeter wieder hochzufahren, kam ich an einem Bergpass entlang, der auch nochmal so richtig rau und ungemütlich war + einen riesigen Bergsee. Im Anschluss fuhr ich dann langsam durch ein sehr langes Tal ein Teil der 1000 Höhenmeter wieder runter und endete an meinem Stopp für diesen Tag. Einen Campingplatz mit Hütte. Zwar etwas bedürftig eingerichtet, aber warm und gemütlich. Ein kleines Bad in einem Tümpel mit anschließender heißer Dusche beendete den Tag final.

Tag 19:
Dienstag, 27.08.2024


Morgens fuhr ich wieder etwas früher um ca. 9:30 los. Denn der Weg war lang oder eher gesagt, die Strecke war gleich lang, aber die Fahrzeit länger. Warum, kommt jetzt. Zu Beginn, verlief die Straße noch recht normal durch ein Tal, doch schon bald kam der erste Aufstieg zum ersten Pass, welcher schon wirklich atemberaubende Landschaften zeigte. Und der Vorteil, es regnete noch nicht. Das war der erste Tag seit der Deutsch-Dänischen Grenze, an dem die Sonne mal wirklich länger schien und es nicht regnete. (Tatsächlich hab ich sogar Sonnencreme benutzt, da selbst an Regentagen schnell mal ein Sonnenbrand auf den Wangen entsteht. Aber gut, von dem ersten Pass fuhr man dann kurz durch ein wenig nach unten und schon ging es auf den nächsten Pass, der über 1400 Meter überm Meeresspiegel lang führte. (Ja, die Griffheizung war da echt der Renner) Dann wieder ein wenig runter und schon wieder steil bergauf, über den nächsten, ähnlich hohen Pass, diesmal mit Gebühr. Auf dem Weg traf ich ebenfalls einen weiteren Deutschen Motorradfahrer und wir machten ein paar Bilder voneinander mit der jeweils anderen Kamera. Das Problem, es regnete wieder. Naja, nach den Regentagen war das Geniesel (wurde später natürlich nochmal zu ordentlichem Regen) jetzt auch egal. Auf dem Weg nach unten, kam mir noch ein Hundeschlitten Gespann mit Quad entgegen und dem anderen Motorradfahrer fiel das Motorrad einmal um, aber es ist nichts kaputtgegangen. Nun aber wieder runter in einen Fjord. Dort kaufte ich ein paar Lebensmittel und ratet mal was jetzt kommt? Genau, rauf auf den nächsten Pass. Ein wenig mulmig wurde mir nur in den kurzen Tunneln, welche nicht beleuchtet waren, weil das Licht vom Motorrad nicht auf den Boden leuchtet und man so in den unbeleuchteten Tunneln, ca. gar nichts auf der Straße sieht. (Licht wahrscheinlich falsch eingestellt) Aber dann endlich, nach jetzt strömendem Regen, unvorstellbar massiven Fels- und Gebirgsformationen und rauer Landschaft, fuhr das vollgesaugte Gespann die Straße so lange bergab, bis ich am Ziel angekommen bin. Dort wurde dann mit 2 Deutschen gesprochen und für sie und mich die Besitzerin des Campingplatzes angerufen. Ich habe dann kurz erklärt, was mir per Telefon auf Englisch gesagt wurde und wir zogen in die Hütten ein. Naja, nicht ganz. Nachdem alles vom Motorrad in der Hütte lag, merkte ich, dass ich auf dem falschen Campingplatz war. (Besitzerin wollte erst abends vorbeikommen, deshalb verstaute ich wieder alles auf dem Motorrad und zog weiter) Also alles wieder packen, und mich verabschieden (das Ehepaar wollte mich sogar zum Essen einladen, was mir jetzt ein wenig Leid tut, denn sonst war niemand anderes auf dem Campingplatz.) An dem neuen Campingplatz, konnte man dann direkt bezahlten, die Hütte sah besser, geräumiger und schöner aus, zumal man Internet eine gut ausgestattete Hütte und einen befestigten Weg hatte. Achso und statt 600 NOK hat man nur 420 NOK bezahlt. Und so geht auch dieser Tag zu Ende.

Tag 20:
Mittwoch, 28.08.2024


Heute war der erste Tag, an dem es nur ca. ’ne halbe Stunde geregnet hat. Morgens startete ich ganz gemütlich und fuhr ca. 15 km zu einem altem "Königsweg" den ich ein Stück hochgelaufen bin und Fotos gemacht habe. Eine Stabkirche gab es auch noch, aber davon war ich schon bei zwei Stück gewesen, deshalb fiel die aus. Am Rückweg, als ich gerade das Motorrad gepackt hatte, kam dann entgegen aller Wahrscheinlichkeit die Frau auf der Straße vorbeigeradelt, die ich am Fähranleger in Hirtshals getroffen habe und ebenfalls nach Bergen mit der Fähre gefahren ist. (Sie wahr ebenfalls sehr überrascht, wenn man nach dem Blick geht)
Das nächste Stück der Strecke, verlief durch ein paar Täler und dann kam der Tunnel. Warum nicht irgendeiner, weil der Tunnel über 24 km lang ist. (Ein wenig überraschend war die konstante, perfekte Internetverbindung im gesamten Tunnel).
Hinter dem Tunnel fuhr man durch eine Schlucht mit steilen Felswänden und Wasserfällen und dort traf ich 2 Deutsche die gerade auch Ihre 10-Tage-Tour durch Norwegen machten, auch wenn deren Gepäck so aussah, als wären die beiden für 'nen Monat hier. Nach kurzer Unterhaltung ging es dann für die beiden weiter und für mich zum ATM, Geld für den Campingplatz abheben. Anscheinend ist bei dem das Kartenlesegerät kaputt. (oder er will das Geld irgendwie bisschen schwarz verdienen.) Egal, die Hütte war recht gut ausgestattet und meine Nachbarin, eine Niederländerin, war sehr nett. Also unterhielten wir uns ein wenig, dann gab es ein paar Bilder vom Fjord und dann einen kurzen Badegang (ca. 3 Minuten), weil das Wasser doch recht kühl war. Aber die warme Dusche im Anschluss, machten das Erlebnis wieder perfekt.
Die Niederländerin empfahl mir so nebenbei noch, 15 Minuten der Straße zu folgen und so fuhr ich dort noch zügig hin, um den Sonnenuntergang an dem besonderen Ort zu sehen. Es waren 2 Wasserfälle, die in eine Schlucht stürzten und dann zu einem kleinen Fluss die Schlucht kurvig entlang flossen. Das sag sehr cool aus.
Noch schnell gekocht, die Kette geschmiert und ein paar Postkarten konnte ich ebenfalls noch schreiben.
Einen kleinen Funfact hab ich noch, denn ich bin heute über 60 km im Tunnel gefahren, was ca. 1/3 meiner gesamten Tagesstrecke ist.

Tag 21:
Donnerstag, 29.08.2024


Das schöne Wetter hielt leider doch nicht so gut, wie gedacht. Denn eine halbe Stunde, nachdem ich von dem Campingplatz losgefahren bin, fing es zu nieseln an. Dann wurde es zu Regen, bis es so stark schüttete, dass man die andere Seite vom Fjord, nicht mehr sehen konnte und die Wasserfälle aus allen Spalten der Felswände kamen. Man merkte schnell, dass diese Wassermassen selbst hier nicht so üblich sind, weil ein Wasserfall die Straße zum Großteil flutete. Und bedauerlicherweise mein gerade frisch am Vorabend aufgetragenes Kettenspray mit Leichtigkeit wegspülte. Die Kette fängt an der ein oder anderen Stelle momentan so oder so an, zu rosten, weil die letzten Tage einfach jeder Tag Regen mit sich brachte. Auf dem Weg ging es immer weiter, bis ich am Ende des langen Fjords ankam. (Trolltunga habe ich wegen Wetter und Länge der Wanderung nicht gemacht)
Der Fjord wurde dann zum Ende hin immer kleiner und durch ein paar Täler ging es weiter.
Bei einem Stopp an einer Tankstelle, gönnte ich mir noch Zimtschnecken und während ich den Regenschutt abwarten wollte (hat nicht geklappt), kamen zufällig mal ca. 15 Sportwagen in Kolonne vorbeigefahren. Der Regen hörte dann ca. 60 km weiter auf und überall hingen die Wolken in den Bäumen, was super aussah. Zum Schluss erreichte ich dann endlich den Campingplatz und zog in meine Hütte ein. Da nun alles pitschnass war, musste auch alles wieder getrocknet werden. Vor allem die Schuhe sind undicht. So hört man beim Auftreten ein wildes Soggeräusch und spürt das Wasser zwischen den Fußzehen. Der Mann an der Rezeption war wohl eigentlich für das Putzen zuständig, aber heute sprang er auch dort ein und später unterhielten wir uns ein wenig über die Drohne.

Tag 22:
Freitag, 30.08.2024


Der vorletzte Tag in Norwegen beginnt und das wieder recht früh. Um 6 bin ich aufgestanden und habe angefangen zu packen, zu räumen und sauberzumachen, damit die Fahrt um ca. 8 Uhr beginnen konnte. Dann fuhr ich erstmal 120 km in den Süden runter, mit der Hoffnung, dass dort die Sonne scheint. Zu dem Schluss kam ich, weil meine Wetterapp für den Preikestolen klaren Himmel und volle Sonne angezeigt hat. Am richtigen Preikestolen 200 km Luftlinie weiter westlich nieselte es aber und die Klippe war wolkenverhangen. Wer ahnt denn auch, dass es 2 Orte mit demselben Namen gibt. Naja, das war jetzt auch egal, was aber direkt auffiel, die Menge an Autos wurde deutlich mehr, als ich Richtung Stavanger fuhr. Am Parkplatz des Preikestolens angekommen, war noch nicht so viel los. Nach ca. 15 Minuten Umziehen und Packen, lief ich also los. Der Weg war bis auf die vielen Touristen sehr angenehm zu spazieren und man kam gut voran (ca. 4,2 km für die Strecke). Ein paar Tropfen fielen immer mal wieder, aber im großen Ganzen, machte das Wetter noch keine Faxen. Oben angekommen, wurden dann ein paar Bilder gemacht, solange der Fjord noch zu sehen war, denn kurz darauf stand man in den Wolken und sah gerade so die besonders geformte Felsformation. In den folgenden 15 Minuten setzte dann auch Regen ein und ich stellte mich unter einem Felsvorsprung unter, was zur Hälfte auch klappte. Nach der Phase kam dann die Sonne raus und die Wolken um den Preikestolen brachen auf. (Für vlt. 20 Minuten, daraufhin war alles erneut in dichte Wolken gehüllt. Also begannen viele, darunter auch ich, den Abstieg. Der Spaß kam dann erst 5 Minuten später, als es extrem zu Schütten begann und jeder ohne Ausnahme, komplett durchnässt wurde. Aber egal, am Motorrad packte ich alles ein, sattelte auf und fuhr erst zum Supermarkt, dann zur Unterkunft, bei der ein kleines 2-Personen-Zimmer zur Verfügung stand. Wie sich herausstellte, bin ich hier für dieses Jahr der letzte Gast. Und nach dem Kochen und Duschen, sitze ich jetzt im Zimmer und genieße es, zu wissen, dass ich morgen viel Zeit habe, bis der Check-in-Schalter an der Fähre um 18 Uhr öffnet.

Tag 23:
Samstag, 31.08.2024


Heute war der erste Morgen, denn ich ganz in Ruhe und ohne Stress begonnen habe. Der Besitzer gab mir noch 2 gekochte Eier und so begann das Frühstück. Im Anschluss packte ich alles langsam zusammen und machte sauber. Im Anschluss wurde das Motorrad das erste Mal wieder trocken beladen und ohne Regenschutz gesichert, weil die Sonne schien und der Himmel blau war. Das nächste Ziel war ein Parkplatz 30 Minuten weiter nördlich. Bei dem ich meine Wanderung auf einen nahegelegenen Berg begann. Jeder, der in Norwegen schonmal wandern war, kennt die gnadenlosen Wanderwege und so war auch dieser so steil, wie er eben sein musste, damit man eben recht direkt auf den Berg kommt. Die Aussicht hat sich aber am Ende auf jeden Fall gelohnt. 2 Norweger kamen noch vorbei und zeigten mir die Kiste, mit dem Buch, wo sich jeder Wanderer eintragen kann. Nach einer kleinen Pause mit Snack, wurde direkt der Abstieg angetreten, weil in Stavanger noch der Supermarkt angesteuert und eine Postkarte eingeschmissen wurde. Dann fuhr ich an 3 Schwertern vorbei. (In den Bildern sollte es verständlich werden.) Bevor es final zum Fähranleger ging. Und mit vielen anderen Motorrädern ging es wieder ans Abspannen und Befestigen. Das Schiff lief 30 Minuten nach dem Sonnenuntergang aus und beim Abend-Quiz wurde wieder teilgenommen und kläglich versagt.

Tag 24:
Sonntag, 01.09.2024


Die Fährfahrt war deutlich ruhiger als gedacht und trotz 30 Minuten Verspätung bei der Abfahrt, kamen wir pünktlich an. Als Erstes ging es nicht auf die Schnellstraße, sondern zu einem Leuchtturm. Diesen kannte ich bis jetzt nur aus dem Fernsehen, aber diesmal war ich dort. Erst im Anschluss, gab es dann die Schnellstraße bis Aarhus, wo ein kleiner runder Steg im Wasser lag. Nun aber zum finalen Ziel. Der Campingplatz bei Flensburg. Da ich mal wieder vergessen hatte, dass es Sonntag war, machte der geöffnete Edeka 50 Meter vom Schlafplatz die Verpflegung für die Fahrt am Folgetag sehr zugänglich, sodass sogar am Abend schon so mancher Snack weg war.

Tag 25:
Montag, 02.09.2024


Der Tag begann früh, also 5:30 in der Früh und abfahrbereit stand ich um 7 Uhr da. Die Nacht war ruhig und kühl, sodass am Morgen noch alles vom Tau nass war. Aber das spielte jetzt für den letzten Abschnitt keine Rolle mehr. Also rauf aufs Motorrad und los gehts zur Tankstelle. Nach der ersten deutschen Tankfüllung und wieder normalem Super zu deutschen Preisen im Tank ging es auf die Autobahn. 270 km weiter im Süden stand dann die erste Pause und im Anschluss bei einem Kaff ein weiterer Tankstopp an. Eine halbe Stunde später wieder auf das Gerät und weitere 250 km gen Süden. Auch wieder ein Tankstopp mit Snackpause und dann wurde der finale Abschnitt in Angriff genommen. Am Ende ist die Fahrt eigentlich ohne Stau verlaufen, durch den Elbtunnel kam ich, wie auf dem Hinweg, ohne Probleme mit 80 km/h durch und bis auf einen schmerzenden Hintern konnte ich mich nicht beklagen. Insgesamt fuhr ich 3992 km + 8 km, die ich dran gehängt habe, um auf 4000 zu kommen. Trotzdem fand ich es erstaunlich, wie knapp die Tour am Ende an die 4000 kam. Weiter Zahlen vom Tacho. Insgesamt gingen 123 Liter Benzin drauf, der durchschnittliche Verbrauch lag bei 3,1L/100 km, die insgesamte Fahrzeit war 61 Stunden und die Geschwindigkeit lag im Durchschnitt bei 65 km/h, was schätze ich mal, dem Wetter geschuldet war. Bezahlt habe ich für alles zusammen (ohne Aufenthalt beim Pfadfinderlager) um die 1150€ + ca. 300-400€ Schäden am Motorrad durch das Umfallen in Hirtshals. (Hütten werden pauschal berechnet. Das bedeutet ich habe im Schnitt pro Hütte 44€ bezahlt, aber da die immer 4 Betten haben, würde man mit 4 Personen pro Person nur 11€ die Nacht zahlen. Als Gruppe lohnt es sich also richtig, so eine Hütte zu nehmen.)

Und damit geht ein kleines Abenteuer wieder zu Ende. (Am Ende wollte ich noch kurz erwähnen, dass das mit dem schlechten Gefühl und der Einsamkeit von Tag zu Tag besser geworden ist. Die Erkenntnis daraus: Am Anfang wird es immer unangenehm sein und man muss sich jedes Mal neu daran gewöhnen. Heißt, es werden auch weitere Reisen alleine kommen, falls sich keine Mitreisenden finden.) 

Sorry für die Rechtschreibung und fehlende Textstellen, denn die Berichte wurden immer spät Abends vorm Schlafen geschrieben, sodass ich das ein oder andere Mal eingeschlafen bin, bevor der Bericht fertig war.

Sonst kann ich jedem nur empfehlen, mal nach Norwegen zu reisen und aus den Städten raus in die Natur zu fahren, wandern zu gehen und die Landschaft zu bestaunen.

Grüße aus dem Norden.

Stavanger SchwerterWanderung vor StavangerPreikestolenHütteWasserfall EidfjordFischenKleiner BergpassErste NachtStabkircheEdertalsperre

14Mai
2024

Canada kurz beschrieben

Moin,

letzter Bericht aus Neuseeland, aber nicht insgesamt. Eigentlich hätte der Bericht schon am 2. Tag nach meiner Ankunft kommen sollen. Aber weil ich im Flugzeug alles fertig geschrieben hatte, bin ich am Ende mit dem Finger auf der Tastatur wohl auf dem "löschen button" eingeschlafen. Am Ende war alles wieder weg, deshalb dauert der Bericht jetzt deutlich länger.

Also zurück zum Abflug von Auckland. Auf dem Flug gab es wenige Turbulenzen und die Sitznachbarn waren zwei ältere Personen, zwischen denen ich saß. Was sich später rausstellte. Die beiden waren schon lange verheiratet und der Mann wollte einfach am Fenster und die Frau am Gang sitzen.

Der Mann war wohl auch aus Pfungstadt und lebt mit seiner Frau nun in Vancouver + hat Kinder in Toronto, Vancouver und den USA. Den großen Teil schlief ich aber (ca. 7 Stunden), weshalb der Jetlag eher gering ausfiel. Die restlichen Stunden wurde der Hobbit geschaut.

In Vancouver sicher gelandet, holte mich Felix und Gislinde (Bekannte) am Flughafen ab. Die Kontrolle, wie man sie in Canada manchmal im Fernsehen sieht, blieb ebenfalls aus. Der erste Stopp war das Apartment, bei dem neue Klamotten und eine Dusche genommen wurden. Im Anschluss besuchten Felix und ich im Regen den Aussichtsturm. Die Sicht war trotz des Wetters in Ordnung.

Auf dem Weg zurück besorgte ich mir noch eine SIM-Karte und wir uns zum Schluss eine Pizza. Denn nun kehrten wir wieder ins Apartment ein, wo es schlafen ging.

Am nächsten Morgen wurde gefrühstückt und dann fuhren wir 3 auf dem Weg zum Familientreffen durch Chinatown und vorher durch eine Straße, in der fast alle Drogenabhängigen zusammen auf der Straße lebten und der Rettungsdienst mal wieder jemanden mit einer Überdosis versuchten zu helfen. (Passiert wohl mehrmals täglich)

Genauso schnell, wie das Ganze begann, hörte es aber auch wieder auf. Und ein paar Minuten später erreichten wir auch schon das Restaurant. Dort trafen wir uns mit Danielle, Dalan und ihren Familien/Partnern zum Dim Sum. Eine Teezeremonie, bei dem man grünen Tee trinkt und immer wieder kleine Portionen von verschiedenen Gerichten auf eine drehende Platte in der Mitte vom Tisch gestellt werden. (Dreht sich, damit jeder an alles kommt)

Nach dem Mittagessen fuhren wir weiter zu einer alten Fischersiedlung mit Hafen, von welchem noch heute Fische direkt vom Boot verkauft werden. Die Siedlung ist mittlerweile eher ein Touristen-Spot und die Gebäude ein Museum, in welche man reinschauen kann, während man am Pier entlang läuft.

Sehr spannende Sache auf jeden Fall. Nach diesem Fischerörtchen, machten wir uns auf den Weg zu einer finnischen Fischersiedlung. Auf dem Weg noch bei einem großen buddhistischen Tempel angehalten, erreichten wir Finns Slough 15 Minuten später.

Heutzutage eher runtergekommen und zerfallen, müssen die Stelzenhäuser wirklich gut ausgesehen haben. Die nächste Station war dann eine Suspension Bridge (Hängebrücke), über einer Schlucht.

Auf der anderen Seite angekommen, wurde mir erst klar, wie anders der Wald und die Natur zu Deutschland ist. Mindestens doppelt so hohe Bäume, überall Mols und umgefallene Bäume, das Wasser glasklar, man kann locker 5 Meter tief alles immer noch gut erkennen. Naja, das muss man gesehen haben, um zu verstehen, was ich meine.

Im Anschluss ging es zu einem Staudamm, der ein Teil des Wassers für Vancouver speichert und eine Lachsleiter wegen der Lachswanderung hat. Auch wieder mit gigantischen Bäumen und Urwald. Das Abendessen wurde in North Vancouver bei einem Aussichtspunkt in The Shed gegessen.

Den Sonnenuntergang sah man währenddessen neben Vancouvers Skyline hinter ein paar Bergen untergehen. Auf dem Rückweg über die Lions Gate Bridge, hielten wir 3 noch bei einem anderen Aussichtspunkt und dem sogenannten Hollow Tree, der irgendwie heilig sein soll, aber so alt ist, dass man ihn mit Metallstützen halten muss. Und so geht der Tag nun aber wirklich zu Ende.

Am nächsten Tag wurde dann noch eine kleine Radtour durch den Stanley Park gemacht, bevor Felix und ich fertig packten. Denn im Anschluss wurde durch die Innenstadt mit einem Gelato (ist weicher als normales Eis) gelaufen. Dann checkten wir ein und warteten, bis wir beide nach einer Stunde ins Wasserflugzeug steigen konnten.

Der Flug war wirklich genial, die Sicht super und wenn man sich daran gewöhnt hat, dass der Rotor 1 Meter neben dem Kopf rotiert, dann kann man den Flug wirklich genießen. Einige Minuten später landeten wir auch schon in Vancouver Island Downtown im Hafen von Victoria.

Dort holten uns Harald und Yvonne ab (ebenfalls Bekannte), zeigten uns ein wenig die Innenstadt, die Küste und die Berge von Washington State, und weitere Spots, bis wir an dem Haus von beiden ankamen.

Ein Reihenhaus mit Garage direkt neben dem von Traudel (ebenfalls Bekannte). Wir dachten noch, dass es vielleicht ein paar hundert Meter entfernt war, aber es sind tatsächlich nur 50 Meter von Tür zu Tür. Aber gut, bevor das Gepäck, was aus jeweils einem kleinen Rucksack bestand (beim Wasserflugzeug hat man ca. 3-4 kg kostenlos und für den Rest muss man zusätzlich zaheln, deshalb so wenig mitnehmen wie möglich), ausgepackt werden konnte, besuchten wir Traudel und im Anschluss gingen es direkt essen.

Das Restaurant, ein Sushi Restaurant, war sehr gut und da Traudel und die anderen dort so häufig hingehen, kannte die Bedienung alles, was sie bestellen wollten. Das Restaurant liegt übrigens in einem Einkaufszentrum direkt um die Ecke. Die nächsten Tage kürze ich jetzt ein wenig, damit sich das Schreiben nicht so zieht.

Die Traudel haben wir jeden Tag besucht und mit ihr Bilder von Nauheim sortiert, Bilder von Neuseeland angeschaut, einen Video Call mit Helmut (Opa) gemacht, wir tranken Wein, Schnaps und zu viele Snacks und aßen bei Ihr einmal auch zu Mittag.

Mit Harald und Yvonne besuchten wir immer morgens das Gym (hab am ersten Tag natürlich verschlafen), am Mittag, ging es einmal nach Port Renfrew und einem super felsigen Strand auf dem Weg dorthin, Lake Cowichan und einer alten Train tressle (Eisenbahnbrücke aus Holzstämmen). 

Man konnte darauf laufen, weil die einzige Bahnlinie vor über 30 Jahren stillgelegt wurde und so nun verwildert. Ein anderes Mal fuhren wir zu einem anderen Aussichtspunkt, dann zum Hately Castle, anscheinend eine Filmkulisse von Deadpool und einem super schönen Garten. Butchart Gardens, ein weltberühmter und riesiger Garten mit allen möglich Pflanzen und Szenerien.

Ja, und das waren erstmal ein paar Tage Beschäftigung. Währenddessen holte Felix auch den Mietwagen ab. Einen Ford Focus, nur dass am Ende kein Ford Focus, sondern ein Dodge Charger ankam. Anscheinend gab es ein kostenloses Upgrade. (Vom Benzin her ein Downgrade)

Am Tag der Abfahrt wurden am Morgen die Fotolalben fertiggestellt und am Vormittag kam Garret (Sohn von Harald und Yvonne) wegen seines Geburtstags. Wir gingen alle zusammen ins Restaurant und auch wenn es sein Geburtstag war, wurde nicht wirklich gefeiert. Naja, er ist auf jeden Fall nett. Und als das Essen fertig war, wir alles gepackt hatten und zum zweiten Mal in den Dodge stiegen (erstes Mal war eine 30 Minuten Testfahrt durch die Natur dort), ging es los auf den Weg nach Duncan. Dort wurde im Regen erstmal im Real Canadian Superstore eingekauft.

 Der Vorteil, dort wurde fast keine Steuer auf den Preis der Lebensmittel draufgerechnet, als man an der Kasse bezahlte. (Die Backmischung für Pancakes war neben dem Abendessen und der unnötigsten Seife und Salz/Pfeffer auch dabei).

Im Anschluss erreichten wir 15 Minuten später das Airbnb, ein super gemütliches Tiny House mitten in der Wildnis auf einem Grundstück in der Nähe eines kleinen Flusses. (Naja, fast 15 Minuten, denn an der Ampel nach dem Einkaufen, probierten wir, ob es eine Start Stop Automatik gibt und weil das Auto dann aber noch auf Drive stand, ging das Auto nicht mehr an.

Nach einer Ampel Phase ohne Bewegung und hupenden Autos hinter uns, näherte sich ein Polizeiauto von hinten mit Blaulicht und der Polizist fragte, was los sei. Nach Reisepass, Führerschein und Erklärung, konnten wir dann weiter fahren.) Im Fluss wurde kurz gebadet und dann im Tiny house gegessen, geduscht und vor allem entspannt.

Am Ende wurden die 2 Betten im "Dachgeschoss" genossen. Um 11 Uhr des nächsten Morgens fuhren wir beide weiter nach Nanaimo. Auf dem Weg wurde ein Wasserfall besucht, bevor wir Nanaimo erreichten. Da es Nichts groß zu tun gab, ging es weiter nach Cooms, zu einem kleinen Markt, auf dem im Sommer Ziegen auf dem Dach grasen. Leider nicht, als wir da waren.

 Vor Port Alberni besuchten wir die Cathedral Grove, ein gigantisch großer Baum, über 70 Meter hoch mitten im Wald. Durch Port Alberni, machten wir unseren Weg bis nach Ucluelet. Wo uns ein, aus all den Filmen bekanntes typisches, Motel erwartete. (Auf dem Weg dorthin, sah man auf den Bergen im Fjord überall den Schnee) Das Motel war wie erwartet, ohne Kochutensi I'mlien oder Küche.

Nach einem Ausflug zu nem Leuchtturm in der Nähe, dem mäßigen Sonnenuntergang sowie einem Pub, indem bis vor Ladenschluss noch eingekehrt und Bier Souvenirs gekauft haben, schüttete es, als wir am Ende auf der Tür traten. Naja, deshalb erschien das Motelzimmer umso gemütlicher und das Abendessen bestehend aus Snacks wurde auch verspeißt. Der folgende Morgen startete ebenfalls kurz vor 11. Erster Stopp war eine Holzweg durch den Regenwald. Als nächstes dann der Long Beach, wo man sich wie an der Nordsee fühlte und wie am Strand lang wanderten.

Der dritte Stop war der Radar Hill, ein Hügel mit Aussicht über Tofino und die Umgebung. Als letztes liefen wir durch einen Sumpf zu einem Flugzeug Wrack, welches vor Jahren dort abstürzte. Naja und so brauchten wir für die 45 Minuten Fahrt ca. 7 Stunden. In Tofino war das Meiste nun leider geschlossen, also machten wir uns kurz danach auf den Weg nach Port Alberni, kurz noch ein Stopp an nem Lookout und dann durch Regen und verschneite Berggipfel zu unserem letzten Airbnb auf dem 3 Tage Road Trip.

Im Keller in Port Alberni gab es dann improvisierte Nudeln und einen Film. (Keine Ahnung warum, aber die Straße in der das Haus stand, war so breit wie eine 4 spurige Autobahn hier in Deutschland)

Der Morgen wurde hektischer als gedacht, weil der Checkout eine Stunde früher als gedacht war. Also alles schnell gespühlt, ein Müsli zusammengerührt, gepackt und 40 Minuten später wieder zurück im Auto. Dann fuhren wir erst auf einen Kiesweg zu einer Wanderung, aber wegen gesperrtem Weg und 800 Höhenmeter Schnee und schlechtes Wetter, fuhren wir zurück und besuchten stattdessen das Hole in the Wall und einen Aussichtspunkt.

Im Anschluss besuchten wir nochmal den Markt in Cooms und kauften Doughnuts. Dann fuhren Felix und ich sehr lange, bis zu den Niagara Falls. Eigentlich an der Ostküste Canadas, haben wir hier die über 40 Meter hohen Niagara Falls im Niagara Valley gefunden und im Anschluss noch eine alte Eisenbahnbrücke.

Und als ob das noch nicht genug war, stiegen wir noch auf den Mount Finlayson auf der anderen Seite der Straße. Dort gab es eine super Aussicht und ein Adler ist ca. 10 Meter vor uns entlang geflogen. Während des Sonnenuntergangs erreichten wir beide dann final wieder Haralds Haus und konnten entspannt ins Bett gehen. Was wir nicht wussten, Traudel war gerade im Krankenhaus, aber nach ein paar Stunden warten, wurde sämtliche Werte gecheckt und es war alles in Ordnung.

Also zurück vom Roadtrip, startete der Morgen mit dem Gym. Dann wurde der 2. Video Call gestartet und nach mehr als einer Stunde beendet.

Das Auto wurde übrigens in der Innenstadt wieder abgegeben und gleichzeitig das Museum und Parlament besucht, sowie im Anschluss wieder im Restaurant gegessen.

Und so endete die Zeit in Vancouver Island, denn am nächsten Tag, besuchten wir Traudel kurz morgens und dann im Anschluss fuhren wir mit Harald zu einem Leuchtturm und probierten seine Drohne aus, da wir beide selbst überlegen, eine zu kaufen. Hat super Spaß gemacht und die Überzeugung, eine zu kaufen, stieg auch.

Als letzter Stopp verabschiedeten Felix und ich uns bei Traudel nochmal richtig, bevor wir dann zum Fähranleger fuhren, uns von Harald und Yvonne verabschiedeten, bevor es mit der Fähre 1½ Stunden im Sonnenuntergang zurück nach Vancouver ging.

Als die Fähre angelegt und wir von Gislinde abgeholt wurden, waren es nur noch 30 Minuten bis in die Stadt. Dort aßen wir zu Abend und tranken noch ein wenig. Die Bar/Restaurant ist nämlich für seine mehr als 150 Zapfhähne bekannt, die durch das Holzgebälk der ehemaligen Salzfabrik führen.

Am Ende des Tages freuten wir uns aber am meisten auf das Bett und die Aussicht vom Apartment.

Da Gislinde am Freitag noch arbeiten musste, fuhren Felix und ich nach einem kurzen Frühstück mit den Fahrrädern durch die Stadt. Dabei passierten wir die Seawall und erreichten am Ende Granville Island, wo der lokale Markt besucht und ein Whale watching für Montag gebucht wurde. Im Anschluss fuhren wir die Räder nach Gastown, in dem die Steam Clock (Uhr mit Wasserdampf beteieben) und Souvenirs abgehakt wurden.

Als wir dann wieder im Apartment waren, wurde Essen gemacht. Diesmal auf dem Grill. Nach dem Essen spazierten wir dann noch durch die Stadt. Am Samstag, dem zweiten Tag zurück in Vancouver, war wieder ein Familientag, so wie jedes Wochenende. Morgens fuhren wir an der US Grenze entlang in Richtung Fort Langley. Auf dem Weg konnte man die Überwachungskameras sehen und die Boarder Patrol trafen wir dort auch.

Naja, in Langley angekommen, frühstückten wir in einem Bistro und anschließend besuchte die ganze Truppe Fort Langley. Eine kleine Handelssiedlung, die früher Waren an Einheimische verkauft und in Fässern verschickt hat. Danach besuchten wir Danielles Haus in einer Community. Was recht typisch dort ist, man lebt in einer kleinen Siedlung von Häusern, wo dann ein Haus oder ähnliches für die Gemeinschaft ist, also eine Halle, Pool, Gym und wo, wo jedes Mitglied der Gemeinde hingehen kann.

Dann fuhren wir zu Dalans Haus und spazierten mit deren Hund Bowie am Fluss entlang, bis wir an einem Restaurant hielten und zu Abend aßen. Im Anschluss machten wir uns dann wieder zum Apartment, weil Gislinde packen musste. Während der Zeit spazierten Felix und ich durch den Stanley Park und sahen Hunderte von Nestern einer speziellen Vogelart, die alle an einem Ort die Nester bauen.

Apartment, weil Gislinde packen musste. Während der Zeit spazierten Felix und ich durch den Stanley Park und sahen hunderte von Nestern einer speziellen Vogelart, die alle an einem Ort die Nester bauen.

Am Sonntag war Gislinde schon weg, als wir um 6:30 aufstanden, um rechzeitig gefrühstückt zu haben und den ersten Seabus nach Nord Vancouver zu erwischen. (Wegen des Vancouver Marathons, war die Stadt zum Teil abgesperrt). Dort holte uns Dalan ab, damit wir Richtung Squamish abfahren konnten.

Die Fahrt über sah man dann die Berge besser und in der Nähe von Squamish starteten wir 4 die Wanderung zu "The Chief", einem sehr steilen Felsen ca. 500 Meter in die Höhe. Die Aussicht war leider recht eingeschränkt, wegen den Regenwolken, aber trotzdem in Ordnung. Einige Zeit später wieder im Auto ging es eine Stunde weiter in die Berge nach Whistler.

Während der Fahrt regnete es aber, weshalb ein bisschen Schlaf nicht geschadet hat. In Whistler angekommen, liefen wir durch das kleine Touristen Ort und sahen sogar noch Ski- und Snowboardfahrer, weil auf zum Beispiel Mount Whistler noch Schnee lag. An dem olympic plaza mit den typischen 5 Ringen machten wir noch ein Foto.

Um auf dem Rückweg nicht hungern zu müssen, aßen wir etwas und als Nachtisch, kauften wir einen sogenannten Beaver Tale, einen frittierten Teig mit Topping obendrauf. War sehr gut. Und so ging der verregnete Tag schon halb zu Ende. Denn 2 Stunden später standen wir vorm Apartment und verabschiedeten uns von Dalan und Jaquline. 200 Meter um die Ecke in der nächsten Straße kauften wir noch schnell das Abendessen und ließen den Tag ausklingen.

Am vorletzten Tag, bis es wieder nach Deutschland ging, war der Morgen ein wenig entspannter. Und so standen wir um 10 auf der Matte des Whale watching Veranstalters. Ein wenig später bekamen wir, dass dicke rote Anzüge gegen Wind und Wetter und so lief die ganze Truppe durch die Straßen von Granville Island, bis man das kleine Speedboot auf Anleger sehen konnte.

Mit den ca. 15 Sitzen gefüllt, legten wir ab und etwas später wurde auch Geschwindigkeit aufgenommen. Ein paar Minuten danach konnte man tatsächlich Wale sehen. Orcas um genau zu sein. Die Expertin meinte das zumindest. Auf dem Weg weiter in den Fjord, sah man die Landschaft, welche wir mit Dalan wegen den Wolken nicht sehen konnten und neben Adlern und Robben, genossen wir die Fahrt an sich auch sehr.

Nach ca. 4 Stunden legte das Boot dann wieder im Hafen an und wir machten es uns mit einem Pie und ungesundem Nachtisch gemütlich. Danach noch eine letzte Souvenir Tour durch Gastown und dann begann das große Packen und letzte Abendessen. Dabei füllten wir das Gepäck bis zum Rand und wogen nochmal.

Am Dienstag Morgen gab es die letzten Pancakes im Apartment und dann wurde die Tür zugezogen und in Richtung Bahnhof aufgebrochen. Das Wetter war perfekt und der Zug schnell erreicht. Damit fuhr man nochmal durch ganz Vancouver und am Flughafen ging das Ganze direkt weiter.

Nachdem jeder seinen Check in gefunden hatte und nach ein wenig Anstehen auch passierte, trafen wir uns nochmal im Transit Bereich, bis dann bei mir etwas später das Gate geöffnet wurde und der Airbus auf die Startbahn rollte.

Hier nochmal sorry füe Rechtschreibfehler,etc..

Und ja, das waren die 238 Tage unterwegs. Der Beitrag hier war jetzt vielleicht nicht der Spannendste, aber ich fand es einen guten Abschluss ... 

vorerst.

 

Grüße Markus

 

Vancouver AussichtsplattformAussicht ApartmentTotemsTree on treeDuncanDuncan EisenbahnbrückeCanso Airplane CrashsiteBeaver Tales

20April
2024

Der letzte Post aus Neuseeland

Moin,

und damit das letzte Mal eine Begrüßung aus Neuseeland. Wenn ich diesen letzten Bericht von hier veröffentliche, sitze icham Flughafen.

Aber kurz zurück zum 17.:

Am 17.  machte ich mich früh ins Bett, weil es sonst nichts mehr zu machen gab und ich die Ruhe auf dem abgelegenen Campingplatz genießen wollte. Am Morgen darauf, ging es dann dafür ebenso früh an den Abbau oder genauer gesagt das große Trocknen, denn die Nässe drückt sich mittlerweile durch den Boden und sonst ist auch alles durch den Tau und die Kondensation nass.

Nach 3 Stunden alles trocknen und einpacken, wurde sich dann nach Thames bewegt. Diesmal nur 4 km und ganz entspannt, aber auf dem Weg kam plötzlich ein (glaube ich) obdachloser Mann mit 3000NZD Ebike mit seinem Hund an mir vorbeigefahren und meinte, dass er gerade 8 verschiedene Drogen im System hätte, was man bei seinem Gesicht, was halb tot aussah und seinem Fahrstil gerne glauben wollte.

Dann hat er mir von seiner Familie erzählt und dass seine Mutter anscheinend aus Deutschland kommt. Am Ende bin ich ihn dann losgeworden, weil er in ein kleines Geschäft ist.

Nachdem ich noch den Rest des Weges gelaufen bin, ging es dann kurz einkaufen. Und warum auch immer, fing es an dem fast vollkommen sonnigen Tag einfach zu regnen an.

Das war jetzt aber egal, weil ich mich an der Bushaltestelle unterstellen und mein Essen und Mittagessen genießen konnte. Der Bus kam dann mit etwas Verspätung 2 Stunden später an. Wieder 1½ Stunden Fahrt und schon steht man wie am ersten Tag wieder in Auckland am Busbahnhof neben dem SkyTower.

Kurze 700 Meter weiter habe ich dann ins Hostel eingecheckt und diesmal war es weniger voll, der Flur sah wie neu gestrichen aus, es wurden neue Schlösser installiert und ein wenig sauberer war es auch. Naja, man will auch nicht übertreiben.

Die Küche war immernoch so räudig wie vor einem halben Jahr. Mein Zimmer, diesmal ein 4er Zimmer teile ich mit 2 Briten. Einer ist heute Morgen schon wieder weitergezogen. Übrigens hat es gestern Nachmittag und Abend auch geregnet und aus dem Nichts fing es einfach an, von der Decke zu tropfen.

Zum Glück nur zwischen den Betten, sodass man den Mülleimer drunter stellen kann. Aber in der Nacht traf mich der erste Tropfen am Kopf und so war die Matratze und das Kopfkissen am Morgen etwas nass. Der 19. begann früh, weil das Wasser einen normalen Schlaf nicht wirklich ermöglichte, aber gut. (Ich bin mittlerweile vom oberen, ins untere Bett umgezogen)

Dafür war ich jetzt um 10 schon bei der Bank und einkaufen gewesen. Was echt schade ist. Die Souvenir Shops hier in Auckland haben weniger Souvenirs, als jeder zweite Shop auf der Südinsel irgendwo im Nirgendwo, weshalb ich manche Sachen jetzt nicht kriegen konnte.

Naja egal, den Mittag verbringe ich jetzt erstmal damit, den Rucksack zu packen und zu entspannen. Stunden später. Der Rucksack ist gepackt und ich treffe mich mit Santiago, der seit September 2023 hier in Auckland arbeitet. Genaueres später, er ist hier mittlerweile mit seiner Freundin hier, hat ein Auto und heute geht es wohl in eine Bar.

Eine Stunde und ein Missverständnis später. (Er meinte, dass er mich in einem Park abholt. Deshalb bin ich dort hin, aber dann meinte er doch am Hostel, weil er dachte, ich wäre noch nicht losgelaufen) Naja, zuerst ging es in eine Bar und dann sind wir noch durch die Straßen zu meinem Hostel gelaufen, haben uns verabschiedet und so ging der Tag zu Ende.

Am morgen, regnete es natürlich wieder von der Decke und das Wetter sollte so oder so sehr schlecht werden. Also habe ich alles final gepackt und bin vor dem Check out nochmal kurz in die Stadt. Jetzt sitze ich mit meinem Gepäck am Busbahnhof und warte auf den Bus.

Mittlerweile bin ich durch den Checkin und Security, also im Wartebereich. Der Regen heute ist auch einer der heftigsten der letzten Tage und so kann man entspannt hier in Ruhe sitzen und die restliche Zeit entspannen.

Bevor ich nochmal versuche die Reise irgendwie halbwegs zusammenzufassen, wollte ich nur kurz loswerden, dass euch die Berichte hoffentlich gefallen und ein wenig unterhalten haben sowie an meinen Erfahrungen teilhaben ließen.

Und viel mehr gibt es jetzt nicht mehr zu tun. Die ganze Reise jetzt nochmal in Kurzform wiederzugebeb, lasse ich mal sein. Und das Ganze in Wort zu fassen ist auch schwierig. Es war auf jeden Fall eine interessante Zeit hier und ich habe das ein oder andere gelernt, die ein oder andere Person kennengelernt und das ein oder andere erlebt. Trotzdem bin ich froh, wieder ein kleines Stpck näher Richtung Heimat zu kommen.

Zum Abschluss des ganzen bleibt mir jetzt eigentlich nur noch eines übrig. Und zwar Danke zu sagen. Danke für die ganze Unterstützung von euch in Kommentarform und allen anderen Formen. (Und natürluch auch zu wissen, dass die Berichte jemand ließt, macht einen Unterschied)

Also, wie gesagt, man sieht sich bald wieder in Deutschland und zum Abschied so wie immer:

Viele Grüße aus Neuseeland

Markus

Auckland

 

Und als Bonus gibt es hier jetzt alle unangenehmen, komischen Selfies und Bilder die ich so über die Zeit gemacht habe. Damit man auch etwas Lustiges zu schauen hat.

Frankfurter FlughafenAucklandMount Victoria, Santiago, PatricioUrupukapukaPaihia mit DiegoWenn der Regen von hinten kommtSand im GesichtCape ReingaAirbnb AucklandWwoofingRotoruaFinal Haare geschnittenLetzter Tag Opotiki ArbeitLagerfeuer Opotiki Strand, VladLagerfeuer OpotikiVorletzter Abend in OpotikiMegan OpotikiAuto AusbauWim, FahrradreisenderNach dem Autounfall vpn Ellie und ihrem Mann aufgenommenFür ca. 150km Trampen, Elephant RocksMount Egmond morgensPancake RocksMount Brown HutFranz Josef GletscherRoys PeakWanakaRoys Peak, WanakaMilford SoundMount CookMount CookMoerakiDunedin, Tunnel BeachSantiago und seine Freundin in Auckland

17April
2024

Coromandel

Moin,

 

nach langem Warten und keinem Schlaf am Flughafen konnte ich um 3 Uhr nachts wieder in den Bereich für Inlandflüge gehen und mein Gepäck wiegen.

Am Ende war ich beim Aufgabegepäck von 20 kg bei 19,8 kg und beim Handgepäck von 7 kg bei 6,8 kg. Lange Hose und Pulli plus Wanderschuhe hatte ich auch an. Damit ging es dann durch den Check-In und anschließend eine Stunde später durch die Sicherheitskontrolle.

Bis wir dann an Bord gehen konnten, verging nochmal ungefähr eine Stunde. Im Flugzeug ging alles rechts schnell, Einweisung und sowas wurde sehr kurz gehalten und schon fuhr das Flugzeug aufs Rollfeld.

Nach dem Start, konnte man den Sonnenaufgang sehen, wofür ich aber auf der falschen Seite saß. Ich hatte einen Platz auf der anderen Seite am Fenster gebucht, um bei gutem Wetter nicht nur die Berge, sondern auch Mount Taranaki nochmal von oben zu sehen.

Da es aber bewölkt war, konnte man überhaupt nichts sehen und der Sonnenaufgang fand auf der anderen Seite statt. Zusätzlich habe ich bestimmt 45 Minuten von der Flugzeit geschlafen. Sicher gelandet und schon hatte ich auch meinen Rucksack wieder.

Der erste Stopp war der Bus vom Flughafen weg zu einem Busbahnhof, an dem mein Anschlussbus abfahren sollte. Das Problem, ich kann die Buskarte nicht mehr im Bus aufladen, also wieder ins Flughafengebäude und die Karte bei einem kleinen Laden aufgeladen und auf den nächsten Bus gewartet. 20 Minuten später stand ich dann hier am Busbahnhof in Manukau.

In der Nähe hab ich gesehen, dass es einen Pak'n Save gab, weshalb mit allem Gepäck eine kleine Tour durch den Supermarkt gedreht wurde. Zurzeit warte ich auf den Bus nach Thames und habe mich mit einem Mann unterhalten, der meinte, dass Neuseeland zu teuer und die Bevölkerung zu klein sei, damit das Land sich weiter entwickeln könnte.

Also das, was viele andere auch sagen. Übrigens hatte ich schon wieder genug von Auckland, auch wenn ich nur an dem Busbahnhof und einkaufen war. Die Busfahrt verlief ganz normal.

Auch der Connector Bus von Thames nach Te Puru war super entspannt. Angekommen am Campingplatz, musste ich erstmal den Besitzer suchen, der mit so nen Aufsitzrasenmäher auf dem Gelände umhergefahren ist. Als ich dann endlich vor meinem Zeltplatz stand, wurde mir nochmal deutlich klar, dass die Hauptsaison lange vorbei war.

Kein anderes Zelt und kein anderer Camper war hier, die Küche und Kühlschränke sind komplett leer. Es gibt nur ein paar Dauerparker. Die Küche an sich hat keine Töpfe oder so. Also wurde der Campingtopf nochmal ausgepackt. Zum Thema Herbst gibt es hier fast keine Anzeichen.

Mal ein buntes Blatt, aber das war es auch schon. Das Wetter ist leider auch im Moment nicht das Beste. Seit ich hier bin, regnen Schauer alles paar Minuten aufs Zelt und am nächsten Morgen wurde der Wind ebenfalls stärker.

Heute wurde wieder viel gelesen, weil das Wetter genau wie gestern war, nur dass der Wind deutlich stärker wurde. Deshalb habe ich am Mittag den Besitzer gefragt, ob ich für eine Nacht neben die Küche umziehen kann, was auch möglich war.

Das Problem war nämlich, dass die Wettervorhersage starke Gewitter, Regen bis zu 120mm und Windböen bis 100 km/h vorhergesagt werden. Am Nachmittag machte ich mich dann zum Strand und außer Matschwasser und einem Stein-Sand-Mix gab es hier nichts zu sehen.

Die Nacht wurde zu einer der Reudigsten hier in Neuseeland, weil es geschüttet und der Wind die ganze Zeit gegen das Zelt gepeitscht hat. Am Morgen haben die starken Schauer aufgehört (natürlich genau, als ich aus dem Zelt ins wetterfeste Küchengebäude gegangen bin).

Das Fazit nach der Nacht, das Zelt ist auf jeden Fall nicht komplett regendicht und durch den Boden drückt sich die Feuchtigkeit auch durch. Was macht man also. Alles trocknen und sich die Zeit vertreiben, bis der Bus kommt.

Der Fehler in meiner Rechnung war nur, dass ich die Abfahrtszeit von Thames nach Coromandel und Coromandel nach Thames vertauscht habe. Deshalb stand ich um 8 Uhr im Regen an der Bushaltestelle, obwohl der Bus erst um 15 Uhr gekommen wäre. Zum Glück war noch ein Platz im Shuttle um 10 Uhr frei, sodass kurzfristig umgebucht werden konnte.

Eine Stunde später kam der Minibus in Coromandel Town an, wo es selbstverständlich auch regnen musste. Im Gespräch beim Ausladen von Gepäck habe ich dann noch erfahren, dass es 2 weitere Unterkünfte im Ort gibt, bei denen ich Zelten kann, weshalb hier auf dem Campingplatz erstmal nur 2 Nächte gebucht wurden.

Dann habe ich die Möglichkeit nochmal zu wechseln, falls mir das zusagt. Beim Anmelden an der Rezeption frage ich nach einem recht windgeschützten Platz und die Frau hat nur gelacht, meinte das sie sowas nicht haben, aber es würde wohl mit dem Wind in Ordnung sein. Jetzt stehe ich so circa auf dem windungeschütztesten Platz auf dem Zeltplatz. Nachdem das Zelt bei Regen und Wind aufgebaut wurde, alles soweit verstaut war und ich mir Küche und Bad angeschaut hatte, ging es einkaufen.

Danach machte ich es mir auf das Sofa im Aufenthaltsraum gemütlich und wachte nach 3½ Stunden wieder auf. Der einzige Unterschied, nach 2 Tagen Regen, zeigte sich endlich wieder die Sonne. Den Abend ließ ich mit Musik und einem improvisierten Auflauf ausklingen.

Nachts machte wurde gerade die Isomatte im Zelt bereit gelegt, als ich aus dem Zelt die Milchstraße sehen konnte. Also noch schnell ein paar Fotos gemacht. Am folgenden Tag wurde mein Zelt durch die Morgensonne endlich ein wenig getrocknet und nach dem Frühstück, machte ich mich bei gutem Wetter auf, zu einem Aussichtspunkt 7 km vom Zeltplatz.

Mit dem Beginn der Wanderung wurde aber leider auch das Wetter schlechter und so sollte der Rest des Tages sehr durchwachsen weitergehen.

Nach ein paar Kilometern am Rand einer Straße in der hügeligen Landschaft, wurde ich einen Kilometer vorm Ziel von einem Maori mitgenommen. Er war mit seiner Frau zu einem Geburtstag einer 90 Jährigen auf dem Weg, die in einer Bucht wohnt, welche ich später vom Aussichtspunkt sehen konnte.

Diese Bucht wurde wohl einem der Maori Stämme geschenkt, damit sie einem anderen Stamm bei dem Kampf gegen die Siedler halfen. Des Weiteren haben die Maori hier wohl bis ca. 1925-50 Kannibalismus betrieben. Wie erwähnt war die Fahrt nicht lang und deswegen stand ich etwas später auch schon auf dem Aussichtspunkt.

Nach ein paar Fotos und einer guten Aussicht, ging es wegen aufkommenden Regen wieder bergab. Auf dem Weg hat es zwar 2 mal geschüttet, aber man konnte sich immer wieder irgendwo unterstellen. Unten angekommen, machte ich noch ein paar Einkäufe.

Über den Tag verteilt kam dann noch eine indische Großfamilie und ein paar Locals hier an. (Allgemein waren über das Wochenende bestimmt 3 mal so viele Leute im Ort und auf dem Campingplatz) Kurz geschüttet hat es auch nochmal und damit endete mein Tag auch.

Der folgende Tag begann mit der gleichen Routine wie sonst auch. Um 10 machte ich mich auf den Weg zu dem so ca. einzigen Strand, der sauberes Wasser und schönen Sand hat. Zuerst ging es durch ein "Reserve", wo wohl hunderte Kauri Bäume angepflanzt wurde.

Eine gute Aussicht hatte man aber trotzdem. Weiter ging es an der aufgeschütteten Hauptstraße entlang der Bucht. Zwischen den großen Steinen fand man dann immer wieder Muschelzuchtkörbe, die mit Muscheln gefüllt waren, mit denen ich auch in Havelock gearbeitet habe.

Zusätzlich waren auf beiden Seiten der Straße Mangroven gewachsen. Weiter auf einer Seitenstraße ging es in die Gegend der reicheren Leute. Mit schönen Aussichten und blauem Wasser unter dem Sonnenschein, hätte man denken können, dass man auf "Waiheke Island" wäre. (Dort war ich in der ersten Woche hier in Neuseeland)

Am Strand angekommen, wurde die Badehose ausgepackt und das klare Wasser genossen. Ein paar Standup-Padeller waren auch dort. Einige Zeit später wurden alle Sachen wieder regenfest verstaut und so ging es dann im leichten Regen wieder zurück.

Der Regen stoppt schnell wieder und auch wenn das Ganze jetzt recht kurz beschrieben ist, dauerte alles ca. 4½ Stunden bis ich wieder zurück war. Den Rest des Tages laß ich noch mein Buch fertig, schaute ein bisschen eine Serie weiter und ging nach dem Essen recht früh ins Bett.

Gestern begann der Tag recht früh, sodass es um 9 Uhr schon losging. Das Ziel war der Castle Rock oder Sleeping Giant, wie ich später erfuhr. Von dem. Nach ca. 4 Kilometern nahm mich der gleiche Maori in seinem Auto mit, der mich 2 Tage zuvor schonmal mitnahm. Jetzt sparte er mir 8km.

Dann musste man zu Fuß durch ein Waldstück, was ganz komisch abgesperrte Waldwege hatte. (Also mit Erdwall und Graben wurden manche Wege abgesperrt) Auf jeden Fall endete der Weg dann eine ¾ Stunde später wieder und man Stand vor einem Trampelpfad und einem großen Felsen, der aus der Landschaft ragt.

Zuerst denkt man, dass der Weg viel zu steil wäre, um da irgendwie gescheit hochzukommen, aber im Endeffekt war der Weg in Ordnung  auch wenn nicht allzu viel genutzt und zugewachsen.

Die fehlende Qualität des Weges machte dafür die super Aussicht wett. Da man einen 360° Blick über die Coromandel Peninsula geboten bekam. Auf dem Weg nach unten verpasste ich noch 2 Franzosen, die gerade nach oben geklättert sind, als ich auf einem Felsen nebenan war.

Nach sicherem Abstieg und dem laufen an der Straße entlang, stand ich nach 14 weiteren Kilometern wieder in Coromandel Town. Den Abend verbracht ich bei Kochen mit einem Mann aus Raunheim, der hier einen Monat mit dem Camper unterwegs ist.

Der folgende Tag begann im Vergleich zum vorherigen mit einem kleinen Frühstück und dann machte ich mich ans Bildersortieren und ein letztes Mal von den Kameras auf die Festplatte rüberspielen.

Das wars auch neben einem Mittagsschlaf schon. Ach und neben meinem Zelt stehen jetzt 3 Zelte und ein Pavillon mit einer indischen Großfamilie. Etwas weiter entfernt campen dann noch 3 Deutsche.

Heute stand ich dann pünktlich mit Wecker um 6 Uhr auf und begann das große Packen, mal wieder. Mittlerweile dauert es auch nicht mehr lange, weil man einfach sein System hat und recht schnell damit fertig ist.

Nachdem also alles gepackt wurde, ich dem Deutschen aus Raunheim tschüss gesagt hatte (traf ihn morgens beim Abbauen) und er mir noch einen Betrieb genannt hat, wo die Ausbildung wohl recht gut sein soll, (Bei dem er entweder selbst arbeitet oder jemanden kennt, der dort arbeitet) ging es zum Bus, der 20 Minuten später Coromandel Town verließ.

Diesmal nur nicht im Regen, sondern bei Sonnenschein und gutem Wetter. Nach einer Stunde Fahrt, konnte ich sogar vor dem Campingplatz, wo ich hin wollte, rausgeschmissen werden und so war der Weg zur Rezeption zum Schluss nur 250 Meter lang.

Check in wäre eigentlich erst um 2 Uhr gewesen, doch ich durfte mir, weil sonst fast niemand hier war, schon um 9:30 einen Platz frei aussuchen. Nach einem kurzen Frühstück wurde anschließend das Zelt gestellt und eingeräumt und jetzt sitze ich im Aufenthaltsraum und hab gerade Bilder sortiert und ein Buch fertig gelesen.

Ein paar Stunden später ging es dann kochen und ich kann nur sagen, dass das eine der schlechtesten Küchen war, die ich je gesehen habe. Fehlende Ausstattung, komplett dreckig, unordentlich und auf dem Kühlschrank steht, dass das Essen da nicht sicher ist, weil es Essensdiebe gibt.

Morgen geht es dann ein weiteres Mal nach Auckland, wenn alles mit den Bussen klappt.

 

Grüße aus NZ

Markus

Nicht die HauptsaisonCastle Rock

10April
2024

Von Havelock nach Christchurch

Moin,

 

Am Ostermontag, meinem letzten freien Tag hier in Havelock, bin ich auf der Hafenbuhne einmal langgelaufen und habe die wolkenverhangene Fjordlandschaft betrachtet. (Fjord nennt man hier übrigens nicht Fjord, sondern Sound).

Ab morgen geht es dann auch wieder ins Zelt und was mir eben aufgefallen ist. Es sind nur noch 20 Tage, bis der geplante Abflug aus Auckland und damit Neuseeland ansteht.

Den Rest des Tages wurde entspannt, etwas ausgemistet und organisiert. Achso und Lasse, ein Deutscher, der den Te Araroa Trail vom Süden in den Norden gelaufen ist, habe ich auch getroffen.

Er war der Erste, der den gleichen Rucksack hat, wie ich. Ihn fragte ich dann ein wenig über das Leben auf dem Trail aus und hab so einiges erfahren. (Hatte am Anfang selbst überlegt, den Trail ein Stück zu wandern)

Es musste natürlich regnen, da jetzt wieder ins Zelt für die 3 folgenden Nächte eingezogen wurde. An dem Morgen habe ich mit den Resten vom Hefezopf auch Pfannkuchen machen wollen, aber die Milch muss nach 2 Tagen schon sauer geworden sein, weil der Teig leider direkt in den Bioabfall gewandert ist, nachdem der erste Pfannkuchen wirklich abartig geschmeckt hat.

Meine letzten 3 Arbeitstage verliefen soweit ganz gut, auch wenn sehr oft eines der Fließbänder stehengeblieben ist und ich das ganze dann wieder reparieren musste.

Das Wetter wurde auch schlechter und so waren die Bergspitzen eigentlich immer in den Wolken verschwunden. Die 4 Wochen mit fast perfektem Wetter, wurden durch 3 Tage Regen und Nebel also wieder ausgeglichen.

Am letzten Tag verkaufte ich noch meine Bluetooth-Kopfhörer für den gleichen Preis, wie ich sie in der 2. Woche gekauft hatte. Das bedeutete natürlich, dass die letzte Nachtschicht ohne Musik angetreten werden musste, was sich erstaunlicherweise genauso lang angefühlt hat, wie mit Musik.

(Ich hätte die Kopfhörer auch am Abend nach meiner letzten Schicht verkaufen können, aber ich wollte das ganze sicher abgeschlossen haben, deshalb wurde direkt verkauft, als ich darauf angesprochen wurde). 

Schlafen konnte ich irgendwie nur 4 Stunden und dann wurde sich verabschiedet und schon ging der Bus. Was ich dort schon gelernt habe, dass man immer 15 Minuten vor Abfahrt des Busses an der Haltestelle ankommen sollte, denn der Bus wartet nicht, bis die Zeit stimmt, sondern wenn man 15 Min. vorher nicht da ist und der Bus früher kommt, fährt er trotzdem einfach ab.

(Die 15 Minuten sind auch vorgeschrieben, aber das hier war der erste Busfahrer, der vor der Abfahrtszeit losgefahren ist) Ich bekam den Bus also mit 2 Minuten Wartezeit gerade so, auch wenn ich 10 Minuten zu früh war.

In Blenheim angekommen, besuchte ich zuerst die Postfiliale und fragte, ob ich ganz kurz meinen Rucksack auf der Paketwaage wiegen könnte (die haben dort ne große Waage bis 40kg direkt hinterm Tresen stehen), nach komischen Fragen, wie wann ich denn fliege, gab es das finale Nein.

So ging es dann also wieder zum Backpacker, bei dem ich vor dem Job eine Woche war. Zelt schnell aufgebaut, ging es einkaufen und später zu Lukas, mit dem ich meinen Rucksack für den Flug nach Auckland gewogen habe. (Er hat eine Waage, die man in der Hand hält und den Rucksack daran hochhebt.

Es waren am Ende 21,5kg, was schon sehr viel ist. Zum Glück habe ich noch den kleinen Rucksack. Und ein paar Sachen werden noch ausgemistet. 20kg sind für den Inlandflug erlaubt, weshalb ich hoffe, dass das Gewicht nach dem Um- und Aussortieren unter die 20 kg kommt.

Eigentlich würde ich auch ein Paket oder so nachhause schicken, aber mit Preisen, die ab 50-60 Euro für ein 2kg Paket, beginnen, ist es mir das nicht wert.)

Nach 2 Stunden unterhalten, Pizza essen und final verabschieden (wollen uns nochmal in Europa irgendwo treffen, wenn es sich ergibt), ging es für mich im Dunkeln wieder zum Hostel. Geschlafen hatte ich wieder nur 4 Stunden, weil mein Schlafrhythmus durch die Nachtschicht komplett durcheinander war)

Am nächsten Morgen verstaute ich alles wieder im Rucksack und lief nach einer Stunde im Hostel warten und alles aufladen zur Bushaltestelle. Weil ich mir dachte, dass der Bus das letzte Mal schon früh war, natürlich wieder wie vorgeschriebenen 15 Minuten früher da gewesen.

Genauer gesagt lief ich eine Minute vor den 15 Minuten auf den Parkplatz, als ich gerade den Bus aus der Einfahrt biegen sah und somit um ca. 1 Minute verpasst habe.

Also erstmal voll geschockt die Abfahrtszeit gecheckt und dann ist mir mein Fehler aufgefallen. Ursprünglich war der Plan, am 05.04. direkt von Havelock nach Christchurch zu fahren, doch weil ich mich von Lukas noch verabschieden wollte, habe ich die eine Nacht in Blenheim gebucht.

So, am 05. fuhr der Bus von Blenheim um 14:40 ab und deshalb stellte ich den Wecker so, dass ich um 14:25 an der Haltestelle stehe. Am 06. fuhr der Bus aber schon um 14:15, weshalb ich ihn im Endeffekt verpasst habe, weil ich nur auf die 14 Uhr geschaut hatte und den Wecker für den 06. auch benutzt habe.

Also mehr Stunden für meinen Flexipass (Intercity) gekauft und eine Verbindung am nächsten Morgen gebucht. (Von den ursprünglich 45 Stunden Busfahren auf dem Buspass, wäre eigentlich genau eine Minute übrig geblieben, aber das habe ich damit auch vermasselt)

Am nächsten Morgen ist der Bus auch nicht um 8:40, sondern 8:25 abgefahren. Meine Vermutung ist also, dass es an einem einzelnen Busfahrer liegt, weil ich das sonst noch nie erlebt habe.

Naja, die Fahrt nach Christchurch habe ich viel geschlafen und in Christchurch angekommen, lief ich die 3 km zum Backpacker.

Das Gebäude war zwar wieder sehr alt und Garten, Hof, etc. sehr runtergekommen, aber im Endeffekt waren Küche, Bad und der Rest sehr sauber. Über den Tag verteilt, kamen insgesamt 6 Katzen vorbei, die hier gefüttert werden, aber eigentlich Streuner sind. (In den 3 Tagen hat eine an mein Zelt gepisst und eine auf die Veranda kekotzt.

Meine Wäsche konnte ich auch waschen, was aber nur bedingt funktioniert hat. Der Grund dafür war, dass es ein Problem mit dem Wasser gab und ich ein bisschen zu viel Waschpulver in die Maschine gestreut habe.

Am Ende habe ich die Klamotten nochmal im Waschbecken waschen müssen, um die Waschpulverflecken rauszukriegen (Hier muss man das Waschpulver bei den meisten Maschinen noch mit in die Trommel geben). Egal, gewaschen ist gewaschen.

Die Besitzerin kam dann auch vorbei, um bezahlt zu werden und den Rest des Tages habe ich ein Buch gelesen und unter den Herbstblättern der Bäume hier entspannt.

Abends dann gekocht und ins Bett. Ich glaube übrigens, dass es hier in Christchurch noch früher dunkel wird, als in Blenheim. (An klaren Tagen ist es ab 18:30 schon recht dunkel).

Gestern wurde dann die Innenstadt erkundet und Sachen wie eine Kunstausstellung, Trambahnhof und botanischer Garten besucht. Das Museum war leider geschlossen, aber dafür war der Rest sehr schön und interessant. Im Grundd lief ich also den halben Tag durch die Stadt.

Der Herbst ist hier übrigens auch nochmal weiter fortgeschritten, als in Blenheim, finde ich. In Havelock hat man fast keine Veränderung gemerkt, in Blenheim dann schon sehr deutlich, aber hier finde ich es nochmal extremer. (Liegt, wie auch das Dunkel werden, wahrscheinlich daran, dass Christchurch ein kleines Stück näher am Südpol liegt)

Nach einer weiteren Nacht ist heute mein letzter voller Tag in Christchurch. Der Plan sieht wie folgt aus. Da mein Flug morgen früh um 6:15 abfliegt und zwischen 23 -5:30 keine Busse fahren, lohnt es sich nicht, eine weitere Nacht zu buchen, weshalb ich jetzt hier bei dem Backpacker bis ca. 16 Uhr bleiben werde und dann zum Bus gehe, um zum Flughafen zu fahren.

Die Innenstadt habe ich schon gesehen, zumal ich mit dem großen sowie kleinen Rucksack keine Lust habe, mich nochmal unter die vollen Touristenattraktionen zu mischen. Deshalb geht es direkt zum Flughafen und dort wird dann einfach bis 4 Uhr nachts gewartet, bis ich einchecken kann.

Ein wenig später und ich sitze am Flughafen in dem Bereich für das Ankommen der internationalen Flüge, weil der Bereich für Inlandflüge um 23 Uhr zumacht und um 3 Uhr morgens wieder öffnet.

Die 13 km hier zum Flughafen lief ich im Endeffekt ohne einen Bus zu nehmen, weil ich hier sonst weitere 3 Stunden verbringen hätte müssen. So wurde die Zeit produktiv genutzt, denn gesessen wird dann viel.

Das Internet ist zum Glück so gut hier, dass man auch Serien schauen kann. Also für Beschäftigung ist gesorgt.

Was mir gerade einfällt. Nach dem Ganzen durch die Stadt laufen, kann ich nur sagen, dass mir Christchurch so viel besser, als Auckland und fast alle anderen Städte in Neuseeland, gefällt. Fahrradwege findet man gefühlt überall, das Stadtbild ist nicht monoton, sondern jede Straße sieht anders aus, viel Natur und vor allem deutlich weniger hohe Gebäude.

Zusätzlich kann man im Vergleich zu Auckland die Größe der Stadt nicht erahnen, weil Christchurch super flach ist und Auckland extrem hügelig, weswegen sich alles mehr verläuft. Also für jeden der jemals nach Neuseeland kommt, versucht in Christchurch anzukommen.

Die Zeit vergeht tatsächlich recht schnell. Schlafen habe ich auch probiert, aber es ist mir nicht sicher genug, die Rucksäcke unbeaufsichtigt zu lassen.

 

Und so sieht es im Moment aus. 

Viele Grüße aus Neuseeland!

31März
2024

Immernoch in Havelock

Moin,

 

die letzten 2 Wochen ist nicht wirklich viel passiert, weil ich tatsächlich noch entspannt weiterarbeiten konnte und das bis nächste Woche Donnerstag auch noch machen werde. Letztes Wochenende sind Christian, Merlin und noch 4 weitere Deutsche aus Hessen (nur auf der Arbeit getroffen) sind schon weitergefahren und so bleibe nur noch ich hier in Havelock.

Am Palmsonntag, hab ich mir dann aus Langeweile gedacht, man kann hier mal in die Kirche gehen und schauen, was anders gemacht wird. Erstens hat man Palmenwedel an den Bänken (Stuhlreihen) hängen.

Dann gibt es keine Liedblätter, sondern es wird mit einem Projektor ein Musikvideo mit Text an eine kleine Leinwand projiziert. Die Kinder im Gottesdienst sitzen in der Regel an einem bestimmten Platz und nach 15 Minuten gehen sie aus dem Gottesdienst und spielen draußen neben der Kirche unter Aufsicht.

Am Ende des Gottesdienstes kann jeder Anwesende selbst irgendeinen Berührungspunkt mit der Religion in der letzten Woche kundgeben und danach gibt es Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus nebenan.

Während des Gottesdienstes gibt es dann immer mal wieder Fakten zu irgendwelchen Tieren oder so und kurz vor Ende des Gottesdienstes wird ein Quiz über den Gottesdienst gemacht, bei dem Frauen gegen Männer spielen. Allgemein hört sich das ziemlich locker an. Junge Leute waren übrigens keine dort.

An dem Sonntag baute ich auch mein Zelt auf, weil es für die restlichen Tage deutlich günstiger gewesen wäre, im Zelt als im Haus zu übernachten und ich dort ja eh nur schlafe und den Rest des Tages so oder so im Haus verbringe.

An dem Dienstag bekam ich nach einer Rückfrage auch schon die Nachricht, dass die nächste Woche ebenfalls gearbeitet werden kann. Deshalb bin ich jetzt wieder in einem Zimmer bis Dienstag und bleibe dann noch 3 Nächte im Zelt, bis es final nach Blenheim geht. Dort bleibe ich eine Nacht und anschließend geht es nach Christchurch, bis am 10.04. der Flug nach Auckland geht.

Jetzt genieße ich erstmal die 4 freien Tage über Ostern, bis am Dienstag nochmal 3 Tage gearbeitet wird. Auf der Arbeit lerne ich übrigens im Moment einen Südkoreaner an, der dann meine Position übernimmt.

Das Ganze hat irgendwie was Positives, aber auch Negatives. Auf der einen Seite ist es cool, nervige Aufgaben einfach abgeben zu können und ihn das machen zu lassen. Auf der anderen Seite ist es anstrengend, immer zu kontrollieren und die Verantwortung übernehmen, dass er alles richtig macht.

Und weil er immer alles direkt machen möchte, muss ich ihn immer wieder zurückhalten, weil das zum Beispiel gar nicht seine Aufgabe ist oder er erstmal eine andere Sache lernen soll. Sonst ist es aber super spannend zu sehen, wie es als „Ausbildender“ so ist.

Abgesehen vom Arbeiten ist nicht zu viel passiert. Letztes Wochenende kam ein stark religiöser Mann ins Hostel, der einen platten Reifen hatte. Mit seiner indischen Frau, die kein Englisch sprechen konnte, haben die wohl ein totes Possum von der Straße aufgehoben und hier in der Tiefkühltruhe eingefroren. Zusätzlich wollte er jeden von seiner Religion überzeugen.

Er hätte genauso gut von irgendeiner Sekte sein können.

Sonst hat Han aus Malaysia die Unterkunft und Arbeit wegen des Endes seines Arbeiter-Visums verlassen und ist jetzt beim Abel-Tasman Track unterwegs. (Habe einen Wein von ihm bekommen, weil er zu viele hatte und damit gab es einen Nudelauflauf) In der Zeit bekam ein anderer Deutscher aus meinem Zimmer und ich ein 2-Bett-Zimmer zugewiesen, was deutlich gemütlicher ist.

Als Plus gibt es auch noch eine Tür, die wie in Deutschland aufgeht, also Schloss ist rechts und man schließt zur größeren Seite der Tür auf. Sonst ist das Schloss oft links und man schießt trotzdem nach links auf. Und das Zimmer ist recht niedrig im Vergleich zu anderen Zimmern hier. Viele vor allem ältere Gebäude haben Decken die ca. 4 Meter hoch sind.

Zum Abschluss wurde noch ein Hefezopf ausprobiert, der leider nur zur Hälfte etwas wurde. Der Boden ist angebrannt (da hab ich den Tipp bekommen, ein weiteres Blech unter das Backblech zu Stellen, damit die Hitze abgefangen wird), weshalb der Zopf nicht ganz durchbacken konnte und instabil wurde. Der Hefeteig vorm Backen wurde aber dafür perfekt.

(Nachtrag: Habe es heute nochmal ausprobiert und jetzt sieht das Ergebnis schon deutlich besser aus)

Und ja, das war es auch schon wieder von hier. Auch genau, ich habe herausgefunden, dass das Gebäude hier ca. 100 Jahre alt ist und vorher eine Schule war, bis daraus 1963 das Hostel wurde.

Euch also noch ein schönes Osterfest und einen Aprilscherz lasse ich mal sein. (Ostern wird hier übrigens auch wie bei uns mit Ostereier suchen und sowas gefeiert) Übrigens wird es jetzt langsam auch kühler, sodass die Leute mit Pullover und langer Hose rumlaufen.

 

Grüße Markus

17März
2024

Havelock

Moin,

 

um 14 Uhr sind Merlin und ich mit seinem Auto Richtung Havelock gefahren, nach schöner Landschaft und 30 Minuten Autofahrt, kamen wir im Ort an.

Mit Anschluss an den Ozean durch ein paar Fjorde, ist der Hafen auch nicht zu klein. Einen kleinen Supermarkt gibt es auch, welchen ich aber zum Glück erstmal nur für frische Lebensmittel brauche, da in Blenheim schon für gefühlt 2 Wochen eingekauft wurde.

Sonst gibt es hier anscheinend viele Wanderwege und 2 Souvenirshops hab ich auch schon gesehen. Am Montagmorgen, bevor die Arbeit nachmittags beginnen sollte, fuhren wir eine Stunde nach Nelson, um dort eine Fitnessuhr für Merlin zu kaufen und noch ein wenig Essen zu holen.

Als wir ein paar Stunden später wieder in Havelock ankamen, wurde auch direkt angefangen zu kochen, weil wir am ersten Tag um 14 statt den normalen 16 Uhr, wegen einer Einweisung, begonnen haben.

Zuerst bekamen wir dort in einem Büro also eine Einweisung über die Ziele, Routinen, Sicherheit, Sauberkeit, etc. und anschließend wurden wir unseren Positionen in der Firma zugeteilt, wo wir jetzt die ganze Zeit arbeiten. Im Büro sollten wir dann auch wie eine Art Test ausfüllen, aber die Antworten wurden uns auf einer PowerPoint gezeigt.

Das Problem an der Zuteilung ist nur, dass manche Jobs richtig brutal anstrengend und hart sind und manche Jobs gut aushaltbar sind. Das bedeutet, wer Pech hat, wird die ganze Zeit von einem der Chefs überwacht und steht nur am Fließband, was man eben nicht lange durchhält.

Dadurch haben ein paar Leute schon nach 3 Tagen gekündigt. Nach der Einteilung in die verschiedenen Bereichen, sollten wir zuerst eine Pause machen, um danach dann im Pausenraum abgeholt zu werden (kostenlos gibt es Tee, Kaffee, Kakao).

Das Komische ist, ich wurde in einen Job eingeteilt, der eigentlich ein paar Wochen Einarbeitung benötigt, aber da ich ja nur 3 Wochen dort arbeite, lohnt sich das gefühlt gar nicht. Egal, mein Job ist, dass ich an einem Fließband stehe (zur Beschäftigung, wenn nichts zu tun ist) und Muscheln aussortiere, die kaputt sind. Nebenbei muss man dann immer an verschiedenen Plätzen schauen, dass die Kisten mit aussortierten Muscheln geleert werden und dann muss man die Kisten zu einer Abgabestelle bringen, damit sie ausgeleert werden, dann wäscht man die Kisten und bringt sie wieder zurück.

Nebenbei schaut man dann noch auf ein Fließband, bei dem man die Menge an Muscheln kontrollieren muss, die auf das Fließband von den fällt, von dem die Personen die Muscheln per Hand öffnen. Zum Ende hin muss man noch das Fließband und ein paar andere Sachen waschen.

Ein weiteres Problem ist die Lautstärke, weshalb man genau gar nichts erklärt bekommen kann, sondern sich nur mit Handzeichen unterhalten kann. Der große Vorteil, die Arbeit ist nicht groß monoton oder langweilig, wie bei allen anderen, die mit mir begonnen haben. Die sind beim Verpacken oder nur Aussortieren und stehen den ganzen Tag am Fließband, ohne irgendeine Abwechslung zu haben.

Die erste Woche habe ich 3 mal bis 2000/3000 gezählt, um mich zu beschäftigen. Hat auch gut funktioniert, die Zeit ging schnell vorbei. Jetzt habe ich Bluetooth-Kopfhörer von einer Person aus Christchurch bekommen und muss nicht mehr zählen. Die Person hatte einen Zettel in der Firma ausgehängt und dann hat sie mir nach einer Banküberweisung die Kopfhörer zugeschickt.

Insgesamt nicht schlecht, aber die Audioqualität ist nicht die Beste.Mal zu ein paar anderen Sachen außerhalb der Arbeit. Das Wetter hier ist echt super, bis jetzt nur einmal ein paar Stunden Regen, angenehme Temperaturen und immer wieder Sonnenschein. Das Örtchen ist mit 640 Bewohnern und einem Hafen, der ohne Spaß, genauso groß wie der Rest des Ortes ist, nicht allzu spannend.

Aber mit der hügeligen Fjordlandschaft und einem "Berg" mit 670 Metern als Aussichtspunkt, kann man sich nicht beschweren. Der Weg zur Arbeit dauert auch nicht lange, nur ca. 8-10 Minuten zu Fuß. Was auch interessant ist, wie ich ins Hostel kam, gab es genau einen Deutschen dort und jetzt sind es ungefähr 9.

Um 15:35 geht es dann zur Arbeit, und nach 9½ Stunde und 2 × 35 Minuten Pausen, komme ich dann um 1:45 wieder von der Arbeit zurück. Bis ich dann im Bett liege, ist es ca. 2:30. Um 10-12 heißt es dann wieder aufstehen. (So räudig wie hier beim Aufstehen habe ich mich tatsächlich noch nie gefühlt, jetzt weiß ich, wie sich alle immer in der Schule gefühlt haben, wenn sie meinten, dass sie gar nicht aus dem Bett kamen.) Dann halt frühstücken und um ca. 13:30-14 Uhr anfangen zu kochen, bevor es dann wieder zur Arbeit geht.

Mein Zimmer teile ich übrigens mit Han aus Malaysia und seit einer Woche mit einem weiteren Deutschen. Das war jetzt der Alltag für die letzten 2 Wochen. Jetzt habe ich das Problem, dass es noch ungewiss ist, ob ich länger dort arbeiten kann und weil dieses Wochenende niemand im Büro ist, der das final entscheiden kann, muss ich Montagmorgen dort hin, um nachzufragen, ob ich am Montagmittag arbeiten kann.

Aber gut, jetzt noch zu so manch anderen Dingen, die über die 2 Wochen so passiert sind. Am 3. Tag nach der Nachtschicht um 1:30 liefe ich wieder durch das Hafengelände zum Hostel, als plötzlich ein Mann hinter ein paar Garagen um Hilfe ruft.

Deshalb habe ich eben nachgeschaut, wo die Rufe herkamen. Am Ende stand ich vor einem Zaun, der den lokalen Campingplatz (hier in der Regel Holiday Park genannt) umzäunte. Als ich zu dem Mann, der anscheinend in seinem Wohnwagen eingeschlossen war, rief, was denn los sei, meinte er, dass man ihn nicht rauslässt und überall Kameras sind. Kurz darauf sah man dann auch das Polizeiauto, was nicht weit vom Wohnwagen entfernt stand.

Dann kam auch schon ein Polizist hinter dem Wohnwagen hervor und meinte, dass alles in Ordnung sei und die Tür des Wohnwagens offen sei. Dann hat er sich für den Lärm entschuldigt und ich bin weiter.

Ich habe meinen Flug von Christchurch nach Auckland für 85 NZD gebucht, also günstiger als der Bus. (Inklusive Aufgabegepäck)

Merlin und Christian (beide haben am selben Tag angefangen zu arbeiten) sind jetzt auch im Hostel bei mir.

Ich war auf dem Berg hier neben dem Ort. Super Aussicht und eine entspannte Wanderung.

Ich weiß jetzt gar nicht, ob ich es erwähnt hatte, aber ein Stück von einem meiner Schneidezähne ist abgebrochen und am letzten Tag in Blenheim war ich beim Optiker und die haben einen der Bügel meiner Brille eingestellt. Anscheinend aber auch die Nasenbügel, woraufhin einer abgebrochen ist.

Dann gab es einmal Muscheln zum Mittagessen, natürlich gekocht und alles, aber die haben nur mittelmäßig geschmeckt. (Werden nicht noch einmal gemacht)

Und diesen Samstag wäre eigentlich auch Arbeit gewesen (die sich direkt bei Sanford beworben haben, kriegen samstags 1,5× den normalen Lohn, aber die Leute von der Agentur (also alle Neuen) bekommen nur das normale Gehalt), aber da war hier das Muschelfest, was auf der ganzen Südinsel für 2024 beworben wurde.

Im Endeffekt, war es so circa das Enttäuschendste, was ich hier an Festen so gesehen habe. Erstens der Eintritt, der hat nämlich stolze 60 NZD gekostet. Zum Glück konnte man als Mitarbeiter von Sanford kostenlose Tickets bekommen.

Zweitens, die Stände selbst hatten natürlich auch normale Festival-Preise und sonst gab es eine Bühne mit Musik und ein Zelt mit Kochwettbewerben, nur dass die Wettbewerbe zum Teil nicht stattgefunden haben und dass es keine einzige Sitzmöglichkeit gab, außer das Zelt mit der Kochshow und einem abgesperrten Bereich am Rand des Platzes.

Und zur Krönung drittens, wurden die Stände eine Stunde vor Schluss der Veranstaltung wieder abgebaut. Das Ende war nur so nebenbei um 18 Uhr. Dafür 60 NZD fand ich dann doch sehr dreist, aber gut.

In der Fabrik ging natürlich auch so einiges schief, was aber für die Arbeiter eher ein Vorteil war. In der ersten Woche wurden alle Förderbänder gestoppt, weil es von der Decke auf die Bänder getropft hat. Also wurden alle Muscheln weggeschmissen und alles gesäubert, sodass 3 Stunden Arbeitszeit dafür draufgingen. Und jetzt ratet mal, wie das eigentliche Problem gelöst wurde.

Man hat eine Mülltüte an einer Seite und unten aufgeschnitten, um ein großes Rechteck zu bekommen und das wurde dann von einem der „Mechaniker“ an die Decke mit Panzertape geklebt. An einem anderen Punkt wurde das Papier zum Hände abtrocknen angeklebt. Und nur nochmal zu Referenz, man muss, um in die Fabrik gehen zu dürfen, vorher, Gummistiefel, extra Fabrikklamotten, Haarnetze, Handschuhe, einen Plastikkittel anziehen und sich nicht nur die Hände zweimal, sondern, Gummistiefel, Brille und Ohrenschützer auch desinfizieren.

Die Handschuhe übrigens auch, mehrmals während der Arbeit. Vor ein paar Tagen fiel dann einfach mal der Motor von einem der Fließbänder neben mir ab und wurde über einem anderen Fließband einfach offen „repariert“. Repariert aber nur in Anführungszeichen, denn eine Stunde später fiel er wieder fast ab. Was macht man also?

Genau, einen „Mechaniker“ holen, der nach 15 Minuten Kabelbinder holt und den Motor festzurrt.

Und ich glaube, das war es jetzt auch langsam. Ach genau, Fernando, der Arbeiter, der mich eingewiesen hat und eigentlich am Donnerstag gehen sollte, ging schon am Dienstag, also zu früh, um mir alles beizubringen, sodass mir jetzt eben die Hälfte an Wissen fehlt.

Am Montag der aktuellen Woche, sollte ich dann aber auch noch einen weiteren Deutschen einweisen, der neu dazu kam, obwohl ich die Hälfte der Sachen ja selbst nicht kenne.

Eben beim Schreiben von dem Beitrag, kam einfach jemand in die Küche von dem Hostel hier, hat seinen Wanderrucksack an die Seite gestellt und angefangen zu kochen, kurz bevor er mit allem fertig war, kam dann die Besitzerin und hat ihn gefragt, wer er ist und ob er schon eingecheckt hat, er meinte ja, aber musste wohl noch bezahlen. Also hat er gesagt, dass er nur kurz seine Karte holen muss und da hat er anscheinend seine Sachen genommen und ist rausgerannt.

Das war jetzt aber wirklich alles, was so passiert ist. Ich hoffe, ich kann die nächste Woche noch arbeiten und wenn nicht, dann finde ich was anderes.

Man hört sich in 1-2 Wochen wieder.

 

Viele Grüße aus dem kleinen Havelock

 

27Februar
2024

Blenheim

Moin,

 

nach mittlerweile schon 6 Tagen in Blenheim und über 60-70 Jobbewerbungen, ob nun telefonisch, persönlich an der Tankstelle oder auf unzähligen Plattformen in Internet, habe ich gestern Mittag zufällig eine neue Jobanzeige gefunden und direkt angerufen, ob noch eine Stelle für mich frei sei.

Und tatsächlich, nach viel Langeweile und Frustration, wurde ich zu einem Vermittlungsbüro geschickt. 15 Minuten später saß ich dort und habe einen Drogentest gemacht, meinen „Vertrag“ bekommen und Merlin kennengelernt. Er ist auch ein Deutscher, der sich beworben hat.

Am Ende haben wir Nummern ausgetauscht und fahren jetzt am Sonntag nach Havelock, wo der Standort der Fabrik ist. Um genau zu sein, eine Muschel Fabrik, in der ich die Muscheln aussortieren und verpacken muss.

Aber dem Ganzen traue ich erst, wenn ich auch wirklich am Fließband stehe, also bis nächsten Montag abwarten. Havelock ist wohl ein kleiner Fischerort 30 Minuten von Blenheim entfernt.

Für 150 NZD werde ich in der ersten Woche ein Hostel Bett nehmen. Supermarkt gibt es auch, zwar nur klein und etwas teurer, aber da der Job nur für kurze 2 Wochen ausgeschrieben ist, reicht das ganz locker. Hoffentlich kann ich danach noch 1-2 Wochen länger dort arbeiten, aber das steht alles in den Sternen. Wer weiß.

Die letzten Tage vom 25-29 habe ich wie schon gesagt, damit verbracht, nach Jobs zu suchen und in dem Hostel zu sitzen und mich zu langweilen. Die Leute sind sehr nett und vorgestern hab ich doch tatsächlich den Spanier getroffen, welcher in meinem Zimmer in Opotiki für ein paar Wochen wohnte.

Außer den Dingen passierte recht wenig. Klamotten hab ich noch gewaschen, da sie während der Reisezeit auf der Südinsel nur einmal richtig gewaschen wurden.

Ach genau, ein paar Kleinigkeiten gibt es noch.

Die Zelte im Garten stehen neben einem Kastanienbaum, sodass man bei starkem Wind Angst hat, dass die nächste Kastanie das Zelt zerfetzt.

Im Hostel habe ich die letzten 3 Tage einen Schweizer Fahrradfahrer namens Hans getroffen. Nach ein paar Unterhaltungen bekam ich ein Glas Wein angeboten und bei seiner Abreise heute, war niemand vom Hostel erreichbar, weshalb ich das Geld für die letzte Nacht bekommen habe, um es abzugeben.

Morgen geht es dann nach Havelock, wo ich eine Nacht im Zelt übernachte und dann ins Hostel gehe.

Die Weltkarte hier in Neuseeland ist ganz anders ausgerichtet ist, weil Australien und Neuseeland in der Mitte sind, sodass nicht Europa, Afrika im Zentrum liegt, sondern im Westen. Amerika liegt dann entsprechend im Osten der Karte.

Gestern am Samstag habe ich mich mit Lucas nochmal getroffen und wir sind zu einem Strand, 15 Minuten entfernt, gefahren und den Tag genossen.

Heute morgen hab ich dann alles gepackt und warte nun, bis wir nach Havelock aufbrechen.

 

Viele Grüße Markus

 

26Februar
2024

Dunedin, Kaikoura

Moin,

 

in Dunedin blieben wir 4 Tage auf einem Campingplatz, der ca. 5 Minuten Laufweg vom Strand entfernt war, weshalb jeden Abend gebadet wurde.

Am Tag der Ankunft wurde nicht wirklich viel gemacht. Nur eingekauft, gekocht und am Ende des Tages wollten wir noch Karten spielen.

Während wir unsere Zelte aufgebaut haben, liefen ca. 20 Jugendliche auf das Zeltplatz-Gelände. Wie sich später herausstellte, waren das deutsche Schüler, die hier in Neuseeland einen Austausch bei einer Partnerschule machen und im Anschluss noch ein paar Wochen reisen.

Die 2 folgenden Tage haben wir einmal den sogenannten "Tunnel Beach" besucht, welcher, wie der Name schon sagt, ein Strand ist, zudem man nur durch einen Tunnel gelangt. Gelegen ist das Ganze an einer weißen Klippe, die 7 km vom Campingplatz entfernt war. (Insgesamt ein sehr schönes Bild auch trotz des Windes, der Strand an sich war wegen der Flut nicht wirklich zu sehen und nicht wirklich spannend, dafür überzeugten die Klippen mit den Wellen, welche daran zerschellten, umso mehr) Und am anderen Tag besuchten wir das sogenannte Lanach Castle. Das einzige Schloss in ganz Neuseeland. Auf jeden Fall sah es sehr schön und idyllisch aus, auch wenn die Besitzer versuchen es so gut zu verstecken, wie es geht, weil man für den Eintritt Geld bezahlen muss. Nachdem wir uns also so gut wie es kostenlos möglich war das Schloss angeschaut haben, machten wir 4 uns auch schon wieder zurück zur Bushaltestelle. Am Ende wurde kurz gejoggt, da der Bus sonst ohne uns abgefahren wäre. Zum Glück klappte aber alles, sodass der Nachmittag entspannt in der Stadt und im Fitnessstudio verbracht werden konnte. (Es gab ein Probeabo, bei dem man 7 Tage kostenlos hingehen konnte)

(Während dem ersten Abend und Nacht, fegte der Wind noch mit bis zu 60-80km/h über die Stadt, was das Schlafen recht schwer machte)

Am Abend wurde ein letztes Mal dort gekocht, ins Wasser gegangen und Karten gespielt, bevor wir am nächsten Morgen um 7 an der Bushaltestelle stehen mussten, um den 10 Stunden Bus nach Kaikoura zu bekommen. Alles also recht hektisch, aber trotzdem klappte es so wie geplant.

Der Weg nach Kaikoura war zwar lang, aber mit Musik und viel Schlaf kamen wir unserem Ziel näher. Die letzte Stunde wurde mir dann richtig übel. Wahrscheinlich, weil der Weg sehr kurvig war und ich fast nichts getrunken oder gegessen hatte. Ein paar Stunden später war dann aber wieder alles in Ordnung.

Kaikoura ist ein kleiner Ort an der Ostküste und eigentlich nichts Besonderes. Normalerweise bekannt für ein schönes Bergpanorama, Robben und Fischfang, war für uns der schmerzende Kiesstrand mit seinen Wellen am spannendsten.

Warum? Nun der Sog nach den Wellen, hat alles immer wieder über den nassen Kies ins Wasser gezogen, um einen dann direkt mit der nächsten Welle wieder auf den Strand hochzuspülen.

Nach mehr als 30 Minuten tat alles so weh, dass wir aus dem Wasser sind. Doch die nächsten 2 Tage haben wir das noch mehrmals wiederholt.

Naja, viel mehr gab es in Kaikoura dann nicht mehr zu machen, kochen, Karten spielen, irgendwelche britischen Fernsehsendungen schauen und sich in Yoga/Meditation zu üben.

Und dann ist es auch schon wieder so weit. Nach 4 Wochen, die ich mit Linus, Jasper und Paul auf der Südinsel unterwegs gewesen bin, heißt es jetzt final Abschied nehmen. Bei Regen und Wind wie bei Sonnenschein, vor allem zum Glück Sonnenschein, sind wir mit unseren Zelten über 2000 Kilometer gereist, haben dabei so manches erlebt wie gesehen und ich habe 3 vorher noch halb unbekannte Personen jetzt als 3 Freunde dazu bekommen, denen ich einen super Monat an Reisezeit zu verdanken habe. Wie schon gesagt, trennten sich unsere Wege in Kaikoura an der Bushaltestelle mit 2 Bussen, die in die entgegensetzte Richtung fuhren. Am Mittag kam ich dann in Blenheim an, wo ich Lucas traf, aus seinem Van meine restlichen Sachen mitnahm, wir durch die Stadt geschlendert sind und ich weiter nach Jobs gesucht habe.

Schlafen tue ich übrigens bei einem Backpacker Hostel, im Zelt im Garten, bei dem ich 20 NZD die Nacht bezahle und das Haus und alles ganz normal benutzen kann.

Ich bin mal gespannt, ob ich diese Woche einen Job finde. Wenn nicht, dann frage ich in ein paar Tagen in der Gegend oder Richtung Christchurch Leute bei der Wwoof-Platform an, da ich dann wenigstens kein Geld ausgeben muss und etwas Produktives mache.

 

Viele Grüße aus Neuseeland

20Februar
2024

Tekapo, Christchurch, Timaru, Oamaru, Moeraki

Moin,

 

von Mount Cook aus fuhren wir ca. 1½ Stunden nach Tekapo, wo die nächste Nacht verbracht wurde. Schon bevor der Bus am Ziel ankam, konnte man das extrem türkise Wasser sehen, was mit der kargen aber hügeligen Landschaft wirklich gut aussah.

Tekapo an sich hat einen kleinen Supermarkt und ist gefühlt nur 10 Jahre alt, da alles neu aussieht und touristisch gebaut wurde. (Ferienwohnungen) Auf der einen Hälfte des Ortes sah man zum Beispiel kein einziges nicht vermietetes Haus. (Also keine Häuser von Locals)

Der Badegang im extrem klaren Lake Tekapo, einem super Sonnenuntergang und nachts der Aussicht auf die Milchstraße machten den kurzen Aufenthalt gar nicht schlecht.

Um 15 Uhr saßen wir 4 dann im Bus nach Christchurch, um dort eine Nacht zu bleiben. Da die Stadt auf sehr flachem Land gebaut wurde, merkt man die Größe gar nicht und die ca. 400000 Menschen ebenso wenig. (Nicht so wie in Auckland, wo sich alles im Stadtzentrum ballt und sehr große Höhenunterschiede hat)

(Nahe Christchurch war an dem Tag ein großes Buschfeuer ausgebrochen, weswegen man schon eine Stunde vor Ankunft eine große Rauchwolke sehen konnte)

Diese Nacht verbrachten wir in einem Airbnb mit Gemeinschaftsküche. (War sehr angenehm mal wieder in einem Haus zu schlafen, aber die Matratze war viel zu weich, sodass der nächste Morgen mit Rückenschmerzen begann) An diesem Morgen fuhren wir direkt weiter nach Timaru, wo wir 2 Nächte verbracht haben.

Die Stadt sah wie verlassen und am Auseinaderfallen aus und leider hatten wir einen Zeltplatz außerhalb vom Ort gebucht, weshalb man 4 km ins Ort laufen musste. Deshalb wurde der Spaziergang um 19 Uhr zum Strand zu einer Miniwanderung.

Nachdem wir im Meer zu einer schwimmenden Holzplattform mit Rutsche sind, konnte man 30 Minuten später noch Pinguine an der Brandung sehen, die sich in den Steinen zum Schlafen einquartieren. (Am Ende sah man 2 Pinguine, die von den Menschen umzingelt wurden)

Ein Tag entspannten wir noch, bis man dann um 10 Uhr im Ort wieder losgefahren ist. Vorher schlenderten wir noch über einen Samstagsmarkt, von dem ich am Ende mit 3 kostenlosen Käsebrot-Gebäcken und einen super gut schmeckenden Körnerbrot zurückkam.

Eine Stunde fuhren wir von Timaru nach Oamaru. Auf der Fahrt bin ich dann eingeschlafen und als ich wieder 20 Minuten vorm Ziel aufgewacht war, hat mich die Frau neben mir mit einer Decke zugedeckt und bot mir nach dem Aufwachen Wasser an.

Jetzt sind wir in Tiamaru auf einem weiteren Campingplatz. (Die letzten Tage sind recht hektisch, weshalb die Berichte recht oberflächlich sind)

Abends sahen wir uns dann auch hier Pinguine an, welche über eine Straße müssen, um zu ihren Schlafplätzen in einer Felswand zu kommen. Doch die Menschen haben sich halt komplett in den Weg gestellt, sodass der Pinguin nirgends mehr hinkommen konnte.

Zum Glück gab es zwei Personen von der Stadt, die geschaut haben, dass jeder zumindest etwas Abstand hält, sonst hätten sich die Leute wirklich auf das kleine Tier gestürzt.

Und schon wieder ging es am nächsten Morgen weiter, diesmal nach Moeraki, einem Ort, an dem es sehr bekannte, fast perfekt runde Steine am Strand gibt. Eigentlich hätte man auch eine Pinguinkolonie sehen können, aber die Zeit war die Falsche. (Naja, umsonst eine Stunde hingelaufen, aber zum Glück auf dem Rückweg mitgenommen worden)

Die Strände sahen zum Glück sehr paradiesisch aus, sodass die Pinguine unwichtig waren.

Jetzt sind wir in Dunedin, einer der ältesten Städte auf der Südinsel und bis jetzt sieht es wie eine typische Stadt in Neuseeland aus.

Mal schauen, was die nächsten Tage so passiert.

 

Viele Grüße Markus

 

Lake TekapoTimaru PunguinMoeraki